Leserbrief

Corona bleibt das große Thema

Zum Thema Corona:

Viele kleinere und größere Betriebe schenkten ihren Mitarbeitern zum Dank für ihr Engagement in der schwierigen Pandemie-Situation (Homeoffice usw.) eine Prämie. Selbst Automobilkonzerne, welche wegen Umsatzeinbrüche gezwungen waren, milliardenschwere „Hilfspakete“ des Bundes abzurufen, haben sich nicht lumpen lassen. Das ist wahrlich großzügig und zeigt Wertschätzung gegenüber seinen Angestellten.

Unser Bundesgesundheitsminister dagegen, wohl im naiven Glauben, mit dem ersten Lockdown die Krise überwunden zu haben, hat mit seiner Beschlussfassung zur Corona-Prämie für Pflegekräfte dafür gesorgt, dass nur ein geringer Teil der Pflegekräfte diese Prämie des Bundes erhält. Ein peinliches, würdeloses Feilschen gegenüber Menschen, welche aktuell unter widrigsten Umständen medizinische Hilfe leisten und wirkliches Elend der Pandemie-Welle erfahren.

Seine Prämie teilt Beschäftigte in den Krankenhäusern in Gewinner und Verlierer, ist damit unsolidarisch ja geradezu spalterisch. Herr Spahn betont zwar gerne, „wir haben verstanden“, hat aber offensichtlich nichts begriffen, denn Wertschätzung sieht anders aus. Sein kräftiges Rühren der Werbetrommel für Pflegeberufe klingt angesichts solchen Handelns wie Hohn und Spott.
Jürgen Schaub
, Mannheim

Ohne jegliche Übertreibung ist festzustellen, dass eine komplette Gesellschaft noch nie so frustriert und depressiv in ein neues Jahr gestartet ist! Leicht an den traurigen, ja ängstlichen Augenpaaren über der Maske abzulesen, dass ein freud- und hoffnungsfrohes Leben einem ziemlich freudlosen Dahinvegetieren gewichen ist – Verunsicherung und Aggressivität machen sich breit, so dass man den Eindruck gewinnen kann, des Menschen größter „Feind“ sei der Mensch selber. Gewollt oder nicht, aber „social distancing“ und Kontaktbeschränkung zeigen Wirkung!

Grotesk auch, wie fast alle (westlichen) Regierungen aktuell agieren, indem komplette Volkswirtschaften „an die Wand gefahren“ werden. Ist eine solche Politik überhaupt noch zu rechtfertigen, wenn man nüchtern eine Abwägung der Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Ertrag vornimmt? Man versucht, eine vulnerable Minderheit nicht zu gefährden (ohne Gewähr allerdings), nimmt aber gleichzeitig den sicheren „sozialen Tod“ sowie die Vernichtung wirtschaftlicher Existenzen einer breiten Mehrheit in Kauf! Wie darf man dies gewichten und bewerten?

Man wird einfach den Gedanken nicht los, dass hier nicht primär der medizinisch-gesundheitliche Aspekt im Zentrum der „Bemühungen“ steht. Nachdem die zahlreichen Shut-downs nirgendwo den erhofften Erfolg gebracht haben, wäre ein Strategiewechsel logisch, um die Eigendynamik dieser schier ausweglosen Lage zu durchbrechen: die untauglichen Maßnahmen beenden und auf Eigenverantwortung und Selbstbestimmung mündiger Bürger setzen!

Andernfalls ist eine Eruption innerhalb der Gesellschaft zu befürchten, denn die „Angst-Karte“ der Regierung ist spätestens dann ausgereizt, wenn der loyale „Deutsche Michel“ „seine Felle davonschwimmen sieht!“ Michael Wendling, Bruchsal

Als die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind kostbare Geschenke brachten, weil sie ahnten, dass es die Menschen einmal retten würde, wurden diese Kostbarkeiten dankbar angenommen. Als Wissenschaftler – nach einer unvorstellbar kurzen Zeit – kostbare Impfstoffe zustande brachten, weil sie ahnten, dass sie damit die Menschen retten würden, hörten sie, statt allgemeiner Dankbarkeit, um sich herum Gerangel, Geschrei, Besserwisserei, Anschuldigungen, Gezänk. Das Jesuskind würde den Kopf schütteln und weinen . . .
Malu Wünnenberg, Mannheim

Immer wieder beobachte ich in Bahn und Bus, dass sich Mitmenschen oft sehr misstrauisch begutachten. Wer winkt mir da? Kenne ich den oder die? Und viele erkennen sich wirklich – trotz Maske. Mir gelingt das selten. Mich dagegen erkennen die meisten sogar von hinten. Schon peinlich, wenn ich nicht weiß, wer mein maskiertes Gegenüber ist.

Aber man bekommt Übung darin, sich anzunähern und sagt dann allgemein. „Ach, du bist es ...“ So passiert im Zug von Neustadt zurück nach Mannheim. Eine Dame mit freundlich lächelnden Augen – man bekommt auch darin Übung – kommt auf mich zu. Da ich sitze, sehe ich sie nur bis zum Hals. Nein, beim besten Willen – ich kenne sie nicht. Zermartere mir in Sekundenschnelle das Gehirn, während sie näher kommt. Als sie vor meinem Sitzplatz steht, löst sich das Rätsel auf: Am Revers sehe ich das Schild der DB Regio. „Guten Tag, die Fahrkarte bitte!“ Na bitte, Gehirn funktioniert noch. Ich „darf“ sie wirklich nicht kennen.

Witzig ist es auch mit Maske zu gähnen: Automatisch geht die Hand zum Mund – gute Erziehung eben. Aber auch da lernt man dazu und gähnt ohne Hand. Bin, gespannt wie es wird, wenn die Maske wieder fällt.
Iris Welling, Mannheim