Leserbrief

Das eigentliche Königsfest

Von Charlotte Hilleband (9 Jahre)

Als Marie, die kleine Prinzessin von Kronenhausen, früh am Morgen erwachte, sprang sie sofort aus dem Bett und rief ihre kleine Zofe Elinie. Elinie sollte Marie ankleiden. Das tat sie zwar immer, aber heute half sie der Prinzessin mit ihren guten Kleidern. Diese zog Marie wegen dem großen Stadtfest von Kronenhausen an. Ihre Freundin, die Tochter von einer der Leibgarden des Königs, wollte auch kommen. Sie hieß Sophie und ihre Lieblingsfarbe war Lila, die von Marie war Rosa. Als die Zofe Elinie kam um sie anzukleiden fragte sie, ob Marie schon aufgeregt sei und Marie antwortete: „Ja.“

Dann zog die Zofe sie an und brachte sie zu ihren Eltern, der Königin Anne und dem König Franz, die sie freundlich begrüßten. Anschließend fuhr die Königsfamilie in der bereitgestellten Kutsche auf den großen Festplatz von Kronenhausen, wo das Volk schon wartete und das Fest beginnen konnte.

Auch wenn das Fest in vollem Gange war, merkte Marie, dass etwas fehlte, und zwar ihre beste Freundin Sophie. Da sah Marie Sophies Eltern, die Leibgarde, ihren Vater, und seine Frau Sabine, ihre Mutter. Hektisch fragte Sophies Vater sie: „Hast Du Sophie gesehen“? „Nein, tut mir leid“ sagte Marie, „aber dasselbe wollte ich Euch gerade fragen“. „Könntest Du uns bitte helfen zu suchen?“, mischte sich nun Sabine ein. „Aber klar“ sagte Marie; „ich suche im Schloss und Ihr sucht hier“.

Sophie ist nirgendwo

Als Marie im Schloss ankam, packte sie erst einmal alles ein, was sie für die Suche brauchte. Da wären einmal Proviant und was zu trinken, Kompass, Papier und Stift, Kerze und Streichhölzer. Taschenlampen gab es damals noch nicht. Nach einer zweistündigen Suche im Thronsaal, im Keller, in den Schlafgemächern, in den Kammern für das Gefolge, in der Küche, der Speisekammer, im Wohnzimmer und in den übrigen Zimmern war sie ganz müde – und nirgendwo war Sophie.

Marie setzte sich auf eine Treppenstufe, aß etwas und dachte noch mal ganz angestrengt nach, wo würde ich mich verstecken: „Na klar, auf dem Dachboden!“ Dort hatte sie auch nicht gesucht. Sie rannte die Treppe nach oben. Als sie oben war, zündete sie die Kerze an. Nach einer kurzen Suche fand sie in einer Ecke etwas lilanes, bauschiges. Vorsichtig stupste sie das lilane Ding an und es bewegte sich, es war Sophie.

Eigenes Fest im Schloss

„Sophie“, rief Marie und sie umarmten sich. „Warum hast Du Dich versteckt?“ „Ich hatte keine Lust mitzukommen, weil ich gewusst habe, dass es langweilig wird“, antwortete Sophie. „Das wusste ich auch“, sagte Marie, „aber meine Eltern haben mich trotzdem mitgenommen. Aber so schlimm war es nicht, weil ich ja was zu tun hatte, nämlich Dich zu suchen.“ „Lass uns nach unten gehen“, sagte Sophie.

Als die beiden unten ankamen, trafen sie dort Sophies Eltern an. Sie waren ins Schloss gekommen um zu sehen, ob Marie Sophie gefunden hatte. Als der König und die Königin eintrafen, mussten die Mädchen alles erzählen und dann feierten alle miteinander ihr eigenes Fest allein im Schloss.