Leserbrief

Das hat nichts mehr mit „Bio“ zu tun

Zum Thema Plastikmüll:

Eher beiläufig habe ich im „MM“ gelesen, dass der Dünger, der aus Bio-Gas Anlagen auf die Felder verbracht wird, Plastikteilchen enthält. Da haben offenbar nicht „einige“, sondern viele „Umweltfachleute“ Jahre lang geschlafen. Was ist das für eine Umweltpolitik, die „Bio-Gas“ erzeugt und dann Plastikteilchen im Dünger auf die Felder verbringt? Das hat nichts mehr mit „Bio“ zu tun. Es heißt, dass es zu aufwendig ist, diese Kunststoffe auszusortieren und man sie deshalb einfach im Biologischen-Abfall beziehungsweise im Dünger belässt.

Auf gut Neudeutsch würde ich sagen: Das ist „Bio-Dünger mit Plastikteilchen“. Das ist eine korrekte Bezeichnung und nicht irreführend. Wären diese Plastikteilchen in einem Lebensmittel, würde es eine Rückrufaktion auslösen. Bei dem auf den Feldern verteilten Plastikteilchen geht das nicht mehr.

Der Boden vor der Haustüre

Aus den Plastikteilchen werden Mikro-Plastikteilchen. Es ist wohl mehr als grob fahrlässig, diese Plastikteilchen auf Äckern und Feldern zu verteilen. Die Qualität des Ackerbodens wird spätestens dann entscheidend beeinflusst, wenn aus den Plastikteilchen Mikro-Plastikteilchen geworden sind.

Mittlerweile redet alle Welt über die Reinhaltung unserer Luft und den globalen CO2-Anstieg. Und unser Boden? Ich meine den Boden vor unserer eigenen Haustür?