Leserbrief

Leserbrief Zu dem Kauf von EnBW-Anteilen durch das Land Baden-Württemberg

Das Parlament wurde hintergangen

Der verbissene Kampf des Herrn Mappus gegen Umweltminister Röttgen (CDU!) beim Thema Laufzeitverlängerung wird jetzt verständlich.

Wenn ich plane, 40 Prozent der Aktien eines Energiekonzerns zu kaufen, der fast völlig von Atomstrom abhängig ist, ist der Atomausstieg schädlich.

Der Zusammenhang zwischen der fortschritts- und umweltfeindlichen Haltung der Herr Ministerpräsident Mappus beim Atomausstieg und den finanziellen Interessen des zukünftigen Aktienbesitzers ist offensichtlich.

Ob die Rechnung aufgeht, das heißt, ob sich die Zinsen für den gigantischen Kredit, der für das Geschäft vom Land aufgenommen werden muss, aus den Überschüssen der EnBW dauerhaft bezahlen lassen, ist eine sehr riskante Wette und koppelt das Land fest an die Atomtechnologie und deren Laufzeitverlängerung.

Dass mit der Atomtechnologie zwar aktuell eine gute Rendite erzielt wird, ist richtig.

Die Kosten und Risiken der Atomkraft werden jedoch der Allgemeinheit aufgebürdet. Atomenergie wird mit rund vier Cent pro Kilowattstunde heute noch doppelt so hoch gefördert wie die Erneuerbaren Energien.

Die Förderung der Atomkraft beträgt von 1950 bis heute 204 Milliarden Euro, weitere 100 Milliarden Euro stehen für die Zukunft bereits fest.

Dass bei diesem Geschäft das Parlament hintergangen wurde und engste Freunde der Familie Mappus finanzielle Vorteile erlangten, ist unerträglich.