Leserbrief

Das sagen Leser zum Hitlergruß-Verdacht

Zum Artikel „Hitler-Gruß auf Corona-Demonstration in Mannheim gezeigt? – Polizei ermittelt“ vom 18. Juli:

Es soll Ihrem Autor Herrn Leder zur Ehre gereichen, dass er sich mit dem Hitlergruß genau so wenig auskennt wie ich. Ich habe das im Fernsehen aber immer mehr als einen im 45-Grad-Winkel erhobenen Arm gesehen und nicht als ein gen Himmel gestreckter Arm.

Ich bin zu der Demonstration am Samstag leider etwas zu spät gekommen und habe nicht alle Reden mitbekommen. Was ich gehört habe, war aber sehr durchdacht und hatte zumindest nichts mit den Vorstellungen zu tun, die ich mir von der AfD mache. Einer der Redner hat sogar sehr über unternehmerische Ausbeutung geklagt, so dass ich ihn gedanklich eher links eingeordnet habe. Die Stimmung auf dem Platz war sehr friedlich.

Die Teilnehmer kamen offensichtlich aus allen sozialen Ständen, Altersklassen und Bildungsschichten. Nur von weiter hinten hörte man manchmal Zwischenrufe eines Einzelnen, die vielleicht aufrührerisch gemeint waren, aber nicht weiter beachtet wurden.

Doch: Bodo Schiffmann hat die Worte des Zwischenrufers aufgenommen und darauf hingewiesen, dass er nichts von Kampf hält, sondern die Liebe das Einzige ist, was etwas nachhaltig bewegen kann. (Gabriele Ermen, Bensheim)

Es ist schlicht eine Diffamierung und falsche Berichterstattung, dass dort der Hitlergruß gezeigt wurde. Ihr Bericht ist eine Schande für den seriösen Journalismus und Sie sollten sich wirklich überlegen, für was Sie stehen wollen. Solche Berichte sind reine Propaganda mit dem Ziel zu diffamieren und die Gesellschaft zu spalten. Falsch zu informieren ist ein Verbrechen. (Eva Hoffmann, Schwetzingen)

Eine friedlich winkende und jubelnde Demoteilnehmerin als Hitlergruß zeigende Rechtsradikale darzustellen ist ja das Letzte. Dann wäre jeder Schüler, der sich in der Schule zu Wort melden will, ebenfalls rechtsradikal? (Paul Kosar, Nürtingen)

Ich war in Mannheim zwei Stündchen auf der Kundgebung. Dort waren ganz friedliche nette Menschen zu sehen, denen es um eine kritische Bewertung der getroffenen Maßnahmen geht und um eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Umgangs mit diesem Virus. Mir sind weder Neonazis noch andere gefährliche Extremisten aufgefallen. Was Verschwörungstheoretiker sind, ist eine Frage der Sichtweise. Diese Bezeichnung finde ich zu platt, um Menschen mit anderer Meinung zu diskreditieren. Setzen sie sich doch inhaltlich mit den Themen auseinander, bitte. (Christian Schriewer, Gutenberg)

Wer live dort war, oder die vielen Berichte und Livestreams auf den offenen Plattformen verfolgt hat, kann über solche Berichterstattung nur noch müde lächeln. Schade, dass Sie und ihr Team nicht Teil einer Freiheitsbewegung sein wollen, die endlich Schluss machen will mit der Spaltung der Gesellschaft in Links und Rechts, Arm und Reich, Alt und Jung . . . (Patrick Haag, Waghäusel)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3fLTRTW