Leserbrief

Das sagen Leser zum Merkel-Kommentar

Zum Kommentar „Die Unentwegte“ vom 31. Dezember:

Zwei Chefredakteure, zwei Welten! Am 25. September 2018 hat der Chefredakteur vom ZDF, Peter Frey, nach der Abwahl von Volker Kauder, in einem Kommentar nach den Nachrichten die folgenden, „schicksalträchtigen“ Worte mit „siegessicherer“ Stimme dem staunenden Publikum verkündet: „Merkels Kanzlerschaft implodiert ... Jetzt geht ihre Zeit zu Ende. Wer das Vertrauen der eigenen Fraktion verloren hat, kann nicht mehr lange im Amt bleiben.“

Irgendwann hat Herr Frey wohl auch gesagt: „Wir Journalisten brauchen Demut.“ Wie wahr! Wie gut, dass dieses ZDF nicht die Meinungshoheit besitzt und dass es Journalisten gibt wie Sie. Danke für Ihren Kommentar über die „Unentwegte“. Ich habe noch nie einen Beitrag über Frau Merkel gelesen, der derart sachlich und faktenorientiert ist wie Ihrer. Nicht zuletzt haben Sie auch den Mut gehabt, und das sehe ich als Ihren größten Verdienst, die großen Verdienste von Merkel „um Deutschland, Europa und die Weltgemeinschaft“ zu erwähnen.

„In einer Stimmung, wo für jede Bedrohung unsere Kanzlerin in Verantwortung gezogen wird, diesen Kommentar, ja dieses Zeugnis auszustellen, nötigt mir Respekt ab.“

Ich denke, wir Nachrichtenkonsumenten haben es allmählich satt, nur noch Horrormeldungen zu lesen. Die Wirklichkeit ist oft viel besser als es die Schwarzmaler uns vorgaukeln und Alternativen werden von diesen häufig ohnehin nicht genannt. Dadurch steigt die Politikverdrossenheit.

Ich fände es gut, wenn Sie im neuen Jahr politische Ereignisse und Ergebnisse, wenn sie aus Ihrer Sicht positiv sind, auch beim Namen nennen und entsprechend würdigen würden. Das sollte für alle Politikbereiche, wie zum Beispiel bei uns in der Region, in Deutschland, Europa und der Welt gelten. Das wäre ein Aufruf gegen Politikverdrossenheit.

Hans Irion, Weinheim

Als ich Ihren Kommentar über Frau Merkel las, ist mir fast die Zeitung aus der Hand gefallen. Wie viel Lobhudelei darf’s denn sein? Wenn ich alles aufzählen wollte, was sich Frau Merkel Negatives bis jetzt in ihrer Amtszeit geleistet hat, müssten Sie eine Sonderausgabe drucken. Es ist schon dreist, wie Sie und Ihre Redakteure für irgendetwas oder irgendjemanden Partei ergreifen. Ihre Zeitung ist nicht unabhängig, sondern in sehr großem Maße Parteipersonen und sachbezogen, um dem Leser ihre Redaktionsmeinungen auf’s Auge zu drücken. Ihr Kommentar war ein schlechter Abgang für das Jahr 2018.

Klaus Anacker, Mannheim

Danke, lieber Herr Lübke. In einer Zeit, wo linke wie rechte Krawallmacher herumplärren: Merkel muss weg. In einer Stimmung, wo für jede Bedrohung unsere Kanzlerin in Verantwortung gezogen wird, diesen Kommentar, ja dieses Zeugnis auszustellen, nötigt mir Respekt ab. Das Gute: Ich stimme Ihnen voll zu.

Jürgen Schmitt, Mannheim

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