Leserbrief

Das sagen Leser zur Baustelle um Sandhofen und Scharhof

Zum Artikel „Vier Kilometer in drei Stunden“ vom 10. Mai:

Das Verkehrschaos in und um Sandhofen und Scharhof wegen der Baumaßnahmen auf der B 44 ist im Berufsverkehr schon ziemlich gigantisch. Dass Lichtsignale mittlerweile optimiert wurden, hilft auch nicht wirklich. Es herrscht hier nun mal immer ein großes Verkehrsaufkommen. Das weiß man aber natürlich im Vorfeld einer solch großen Baumaßnahme! Und man plant entsprechend. Oder auch nicht.

Mehr Personal einsetzen

Es scheint egal zu sein, wie lange die Baumaßnahmen dauern. Betrachtet man das „personelle Aufkommen“ an Bauarbeitern, dann kommt schon die Frage auf, warum hier nicht versucht wird, so schnell wie möglich fertig zu werden. Der Projektleiter Gerd Kemmer stellt explizit die Frage nach einer Idee, wie man das besser machen kann. Fängt bei mehr Personal bei den Bauarbeitern an und hört beim Thema rund um die Uhr arbeiten auf. Ach so ... zu teuer. Kein Geld da. Hmmmm ... dann sollte man das auch so sagen. (Hans Geier, Mannheim)

In Ihrem Artikel wird neben diversen Problemen vor Ort auch über die mangelnde Abstimmung zwischen der Stadt Mannheim (Baustelle Sandhofer Straße), dem Regierungspräsidium Baden-Württemberg (Baustelle B 44 bei Mannheim-Sandhofen/-Scharhof) und dem Land Hessen (Baumaßnahme Ausfahrt Bürstadt/Lorsch, die über Sandhofen fahren sollen) geschrieben. Es geht aber noch viel schlimmer, denn wir haben ja in unserer Metropolregion noch ein weiteres Bundesland: Rheinland-Pfalz.

Die „Pfälzer“ richten eine Autobahnausfahrt weiter (Ludwigshafen-Nord/Worms), also noch keine zwei Kilometer, jetzt zur gleichen Zeit eine identische Baustelle unter der Autobahn A 6 – auf der dort unterquerenden B 9 – ein und sanieren im gleichen Zeitraum von etwa sechs bis acht Wochen die B 9 an der Anschlussstelle. Pendler aus Lampertheim, die zum Beispiel nach Ludwigshafen müssen und dem Verkehrschaos bei Sandhofen/Scharhof entfliehen möchten und dafür bei Worms über den Rhein gehen, kommen nun exakt in das gleiche Chaos, nur eben auf der gegenüberliegenden Rheinseite und eine Auffahrt weiter.

Allerdings haben sie, wenn sie dann aus Richtung Worms kommen, keine Möglichkeit, dort auf die A 6 Richtung Kaiserslautern zu fahren, weil die Zufahrt zur Autobahn aus dieser Richtung gesperrt ist.

Hört man aktuell von unseren Politikern die Reden zur Europawahl und wie wichtig eine große Einheit ist, frage ich mich, wie das funktionieren soll, wenn man in einem Umkreis von nur zehn Kilometern eine Abstimmung von drei Bundesländern und einer Stadt nicht in der Lage ist, Baumaßnahmen, die nicht über Jahre, sondern größtenteils auf zwei bis drei Monate begrenzt sind, sich abzustimmen und sie zeitlich zu entzerren.

Bezüglich der, meiner Meinung nach recht süffisanten, Aussage des Herrn Gerd Kemmer (Bauleiter Mannheim-Sandhofen) im oben genannten Artikel, dass man ihm gerne Lösungen aus dem Verkehrschaos anbieten könne, sei ihm gesagt, dass ich ihm bei dem Erörterungstermin zu der Gesamtbaumaßnahme am 29. März 2017 in Mannheim-Sandhofen empfohlen habe, wie im Bundesland Bayern solche Baumaßnahmen in Tag- und Nachtschicht auszuführen.

Seine Antwort dazu war folgende gewesen: „Soweit möglich, werden gewisse Arbeiten auch nachts durchgeführt, zum Beispiel der Rückbau der Fahrbahn. Dies ist in der Ausschreibung der Bauleistungen berücksichtigt worden. Für andere Arbeiten ist eine Ausnutzung des Tageslichts (Arbeit in zwei Schichten) vorgesehen.“ Ich sehe ab 17 Uhr keinen mehr dort arbeiten, also weder nachts noch unter voller „Ausnutzung des Tageslichts“. Vielleicht wird es ja im Saarland früher dunkel. Der Bauleiter stammt aus diesem Bundesland. (Frank Just, Viernheim)

Info: Originalartikel unter; http://bit.ly/2YvvC33

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