Leserbrief

Das schreiben Leser zum Debatten-Beitrag von Günther Loewit

Zum Debattenbeitrag „Wie viele Menschenleben ist eine Wirtschaftskrise wert, Herr Loewit?“ vom 31. Oktober:

Ich bin 19 Jahre alt und habe mit hohem Interesse den Artikel von Günther Loewit gelesen. Ich finde es sehr schön, dass nun endlich auch Mal ein kritischer aber dennoch objektiver und wissenschaftlicher Text im „Mannheimer Morgen“ auftaucht. Gerne wieder. (von Anna Louisa Kopf, Mannheim)

Der Beitrag von Herrn Loewit im „MM“ ist sehr gut, er bringt die Dinge auf den Punkt. Zu Recht schreibt er: „Denn es muss eine freie persönliche Entscheidung bleiben, welches Risiko der einzelne mündige Mensch in Kauf nimmt.“ Warum ist unsere Nation so ängstlich und obrigkeitshörig? Warum lassen die Menschen ihren gesunden Menschenverstand außen vor? Wir werden täglich mit den neuesten Infektionszahlen bombardiert und keiner bringt sie in die richtige Relation. Es ist wie eine Pandemie im Kopf der Menschen, die alles opfern, nur um möglichst gesund zu bleiben. (von Elfriede Breitwieser, Heddesheim)

Endlich drucken Sie mal einen gescheiten, wahren und realistischen Artikel zum Thema Corona. Vielen vielen Dank dafür! Es sterben:

11 000 Menschen jedes Jahr in Deutschland an Haushaltsunfällen („Bleibt zuhause“...).

56 000 Jedes Jahr an Sepsis.

120 000 jedes Jahr an den Folgen des Rauchens (auch Passivraucher darunter!).

20 000 an multiresistenten Keimen.

160 000 wegen zu hohem Zuckerkonsum.

Und wen interessiert es? Absolut niemand! Nur Corona (bisher 11 000) wird jeden Tag dauernd erwähnt und es wird große Panik erzeugt ... Warum? (von Claudia Veigel, Mannheim)

Ich gehöre einer Generation an, welche durch die 1970er Jahre geprägt wurde. Wir sind politische Menschen, welche die demokratischen Strukturen selbstverständlich genutzt, aber auch politische Entscheidungen in Frage gestellt haben und dafür auch auf die Straße gegangen sind. Heute nach einem langen Berufsleben gehören wir seit Corona zu den Menschen, die besonders geschützt werden sollen und denen aber durch die Maßnahmen auch ein Stück Mündigkeit genommen wird. Das bedeutet nur noch wenige Kontakte außerhalb der Familie und diese dann auch nur eingeschränkt.

Gerade älteren Menschen wird so auch sehr viel Lebensqualität genommen. Ich bin es leid, jeden Tag nur mit negativen Corona-Nachrichten bombardiert zu werden. Hierbei spielen die Medien leider auch eine unrühmliche Rolle. Allein durch die dunkelrot eingefärbten Karten wird täglich Angst erzeugt. Ebenso durch die täglichen Nachrichten, welche an erster Stelle jeweils die aktuellen Covid-Nachrichten bringen.

Das führt auf Dauer nur dazu, dass viele, vor allem ältere Menschen, sich kaum noch aus dem Haus trauen – mit entsprechenden Folgen für die Gesundheit. Angst ist meist ein schlechter Berater und hat auf längere Sicht auch negative Auswirkungen auf das gesellschaftlich, kulturelle Miteinander. (von Karin Steffan, Mannheim)

Der Beitrag vom Gastautoren Günther Loewit, Schriftsteller und Arzt, hat mich tief beeindruckt. Hat es seit Menschengedenken nicht immer neue Viren gegeben, die unser Immunsystem kennenlernen musste, um sich im weiteren Prozess damit auseinanderzusetzen? Herr Loewit stellt dann Fragen zum monetären Wert eines Menschenlebens. Phantastisch recherchiert sind Todesopferzahlen aus der Vergangenheit, Weltkriege, Hongkong-Grippe, Hunger und die Bezüge zu den bisher mit Covid-19 in Verbindung gebrachten Todesfällen.

Abseits der Zahlen möchte ich an dieser Stelle das Leben abstrahieren, Würde, Zuversicht, Freiheit, Besonnenheit und im Ergebnis psychische Gesundheit in den Fokus nehmen. Das Bewusstsein von Körper, Geist und Seele und Immunsystem steht seit Langem in Kursen und Coachings auf der Agenda – der Run auf Zahlen, Bildgebung, Blutwerte war gestern. Diese Weiterentwicklung will man uns nehmen, indem man einen Test auf den Markt wirft, der nicht für diagnostische Zwecke geeignet ist, der je nach Entnahmesubstanz, Labor, Anzahl der Vervielfältigungen Unsicherheiten birgt. Nicht eine Infektion, sondern das Ergebnis eines Wackelkandidaten entscheidet hier über Freiheitsrechte.

Warum wird die Regierung nur aus einer Richtung beraten? Warum nimmt man langjährig erfahrene Ärzte und Immunologen, Herrn Wodarg, Herrn Bhakdi und Experten aus dem Ausland, Herrn Ionnadis, nicht mit ins Boot? Wenn ich als Regierung derart durchgreifende Maßnahmen per Verordnungen ohne Parlament und Perspektive anordne, bin ich verdammt noch mal dazu verpflichtet, alle Argumente der führenden Virologen und derjenigen, die aktuell nicht erwünscht sind, abzuwägen. In einem Land der Dichter und Denker insbesondere. Da reichen eine Physikerin und ein Physiker unter Umständen nicht aus.

Die letzten Maßnahmen sind ein Schlag ins Gesicht derer, die neben ihrem eigentlichen Job das Hygienekonzept prioritär bedient haben. Die Regierenden haben weit weg von allen Realitäten über Sein oder Nichtsein über unsere Köpfe hinweg entschieden. Die Fragen nach Sinnhaftigkeit und Verhältnismäßigkeit stellt sich jeder von uns Tag für Tag – Antworten bekommen wir nicht. (von Ulla Coppius, Oftersheim)

Angst ist nun mal das, was man braucht, um eine Gesellschaft dahin zu bringen, wo man Sie haben will, das war auch in der Nazi- Zeit so und nicht lange zurück auch in der DDR. Wir erleben erneut Denunziantentum durch den IM-Nachbar und blinden Gehorsam der Mehrheit der Bevölkerung. So ist der Deutsche nun einmal, er braucht einen Kaiser, einen Führer oder einen Bundeskanzler, dem er folgen kann und dann wird auch nicht hinterfragt.

Die wenigen wie Herr Loewit, die sich hier kritisch mit guten Argumenten äußern, werden diskreditiert. Diskussionen um die Maßnahmen gibt es im öffentlich rechtlichen Fernsehen nicht, obwohl gerade die Medien diese Aufgabe haben. Hier wird wie schon einmal erbärmlich versagt. Das Parlament existiert praktisch nicht mehr und die Freiheit wird durch Anordnungen eines nicht demokratisch legitimierten Gremiums (Ministerpräsidentenkonferenz) einfach so massiv eingeschränkt. Dass es nach der Aufforderung von Herrn Lauterbach, die Wohnungen kontrollieren zu dürfen, keinen Aufschrei in der Bevölkerung gab, macht mir riesige Angst, (von Bernd Lackinger, Sinsheim)

Der Beitrag von Herrn Loewit spricht mir zutiefst aus dem Herzen und ich bedanke mich ausdrücklich für den Abdruck! (von Jutta Segner, Wertheim)

Der Artikel von Günther Loewit krankt an der gleichen Stelle wie die Argumentation vieler Gegner der aktuellen Corona-Maßnahmen: Sie können meist ausführlich erklären, warum sie die Maßnahmen für sinnlos und schädlich halten, und die meisten Argumente sind durchaus nachvollziehbar. Sie werden aber merkwürdig wortkarg, wenn es darum geht, wie sie denn stattdessen mit dem Problem umgehen würden, was dann die Folgen wären und ob sie wirklich bereit wären, diese mitzutragen.

Herr Loewit vergleicht die Zahlen der Corona-Toten mit den Opferzahlen des Zweiten Weltkriegs. Er hat völlig recht, die Zahlen unterscheiden sich erheblich. Was er bei seiner Rechnung vergessen hat: Der Zweite Weltkrieg dauerte bekanntlich knapp sechs Jahre. Covid-19 ist erst vor einigen Monaten zu einer weltweiten Pandemie geworden. Dass man diese Opferzahlen nicht einfach so nebeneinanderstellen kann, dürfte unmittelbar einleuchten. Welche Spuren Covid-19 in sechs Jahren in unserer Welt hinterlassen haben wird, können wir heute noch nicht wissen – und gerade deshalb sollten wir vorsichtig sein. (von Simone Kehrberg, Mannheim)

Die Gedanken von Herrn Loewit machen auch deutlich, dass es im gesellschaftlichen und beruflichen Leben keine Systemrelevanz gibt. Jede Tätigkeit ist wichtig und notwendig, sonst würde es sie nicht geben. Nur weil bestimmte Berufsgruppen derzeit besonders öffentlich wahrgenommen werden, sind die anderen Bereiche nicht minder wichtig. Jeder bringt seinen Anteil ein.

Die Maßnahmen und Mittel müssen unter Beachtung der Komplexität des Lebens angemessen und hilfreich sein. Die persönliche Entscheidungsfreiheit und Verantwortung muss gewahrt bleiben. Das bedarf aber einer gesamthaften Betrachtung aller Lebensbereiche und der Akzeptanz der Endlichkeit unseres Lebens. Ein Leben retten, oder besser nur verlängern, zum Preis der Zerstörung der Lebensentwürfe und somit des Lebens Anderer, wird derzeit leider nicht abgewogen. Leben retten passiert eben nicht nur im Krankenhaus. (von Rainer Tiede, Biblis)

Leider ist es mittlerweile völlig egal, welche Studien veröffentlicht werden. Wer nicht den Einschätzungen des RKI oder unserer Regierung folgt, wird einfach ignoriert! In der neuesten Meta-Studie von Prof. John P. A. Ioannidis kommt er zu dem Schluss, dass die gemittelte Letalitätsrate des „Pandemievirus“ lediglich bei 0,23 Prozent liegt. Das bedeutet, dass nur rund einer von 500 nachweislich an Corona-Erkrankten stirbt. Der Autor der Studie, Prof. John P. A. Ioannidis, ist nicht irgendein Forscher, er ist Professor für Medizin, Epidemiologie und öffentliche Gesundheit, für biomedizinische Wissenschaft und Statistik an der Stanford University sowie Co-Direktor des Stanford Meta-Research Innovation Center und zählt seit Jahren zu den in der wissenschaftlichen Literatur am häufigsten zitierten medizinischen Fachleuten.

Nach dieser Studie kann man „Corona“ getrost zu den seltenen Todesursachen auf unserer Erde zählen. Das reicht nach meiner bescheidenen Ansicht nach nicht aus, eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ auszurufen (beziehungsweise immer noch an dieser Einschätzung festzuhalten), die zu (weltweiten) apokalyptischen Kollateralschäden geführt hat und noch weiter führen wird.

Deshalb: vielen Dank für Ihren mutigen Abdruck des Gastbeitrages von Herrn Loewit. Ich kann seinen sämtlichen Aussagen nur zu 100 Prozent zustimmen! Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Mut, auch kritische Artikel oder Gastbeiträge zu veröffentlichen! (von Frank Beck, Weikersheim)

Die sehr gute Abhandlung des Herrn Loewit kann ich voll unterstützen. Ich selbst bin mit 78 Jahren und Vorerkrankungen unter „gefährdet“ eingestuft. Jedoch möchte ich nicht von der Regierung bevormundet werden, ob ich zum Beispiel meine Kinder und Enkelkinder meiden soll. Für meine Gesundheit bin ich selbst verantwortlich. Als Christ weiß ich mein Leben in Gottes Hand. Rückblickend habe ich ein langes Leben, schon manche Epidemie mit Vorsicht und Rücksicht überstanden. (von Lilo Bühler, Neulußheim)

Ich wollte Ihnen schon sehr lange mitteilen, wie gut mir Ihre Berichte unter dem Format „Debatte“ gefallen. Es handelte sich meist um sehr interessante intellektuell anregende und auch zu kontroversen Auseinandersetzungen führende Argumente. Besonders der Bericht von Günther Loewit ist für mich zustimmungsfähig. Sein Buch habe ich mir bestellt.

Was er thematisiert, kann ich voll und ganz nachvollziehen. Auch mich beschäftigt die Tatsache, dass wir als Menschen sterblich sind, dies aber fast gänzlich im menschlichen Leben negiert wird. Dass bedingt durch das Coronavirus im Frühjahr alle Heime geschlossen waren, Angehörige nicht in den Heimen ihren Sterbenden die Hand halten konnten, fand ich entsetzlich. Natürlich sind ältere Menschen eine leichte Beute für das Virus. Es ist leider eine Tatsache, dass der Mensch, auch wenn er durch einen behördlichen Auftrag geschützt wird, dadurch nicht unsterblich werden wird. Deshalb bin ich auch dafür, diese Tatsache bei Verordnungen im Auge zu behalten. (von Elsa-Gerlinde Wachter, Mannheim)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2TM49K7