Leserbrief

Das schreiben Leser zum Gastbeitrag über Bedürfnisse

Zum Debattenbeitrag „Wissen wir noch, was unsere Bedürfnisse sind, Herr Haberl?“ vom 28. Dezember:

Ich persönlich bin sehr dankbar für diesen Artikel, auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass viele Menschen den Artikel eher als persönlichen Angriff verstehen. Man muss nicht weit gehen, um zu erkennen, dass Tobias Haberl die aktuelle Situation auf den Punkt bringt.

In der heutigen Gesellschaft dreht es sich meist nur um das eigene Wohlbefinden und das Streben danach, dieses zu optimieren. Dies versuchen viele durch die Nutzung digitaler Möglichkeiten. Darin verlieren sich die meisten und merken nicht, wie sie sich isolieren, abstumpfen und nicht mehr in der Lage sind, auf ihr Inneres, ihre Intuition zu vertrauen. Von einer vernünftigen Kommunikation ganz zu schweigen. Das Smartphone stets an ihrer Seite, um News und Mitteilungen zu checken, die Tages-Fitness-Bilanz und vieles mehr. Es wird heute ein riesiges Aufhebens um den Datenschutz gemacht. Kinder dürfen nicht mehr auf Klassenfotos erscheinen, während deren Eltern die Fotos ihrer Kinder als Profilbild in den sozialen Medien verwenden.

Eine Vielzahl an Menschen weiß gar nicht mehr, was sie eigentlich ausmacht, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, was Empathie bedeutet oder auch Rücksichtnahme. Sonst gäbe es nicht das Problem, dass zum Beispiel bei schlimmen Unfällen die Handys gezückt und Aufnahmen gemacht werden.

Auch den Part bezüglich der Toleranz finde ich von Haberl gut getroffen. Sehr oft erlebt man, wie sich Menschen damit rühmen, äußerst aufgeschlossen und tolerant zu sein. Warum aber driftet die Gesellschaft dann immer mehr nach rechts ab? Den meisten Menschen in unseren Kreisen geht es besser als gut. Trotzdem treibt sie ständig die Angst umhin, andere könnten ihnen etwas wegnehmen. Unsere Gesellschaft gerät immer mehr in eine Schieflage. Man kann nur hoffen, dass sie sich noch rechtzeitig besinnt und wieder zu sich selbst findet.

Christina Lourenco, Reilingen

Der Herr Haberl hat Recht. Wir müssen unsere Eliten stürzen, und zwar weltweit. Und weil die Gesellschaft das nicht kann, deshalb wird unsere Welt untergehen. Es hat schon begonnen, die Gesellschaft hat es nur verdrängt. Die Reichen werden das am längsten aushalten, aber es wird sie auch erwischen. Es wird nicht den Planeten betreffen, aber die Welt wird für Säugetiere (wir gehören auch dazu) unbewohnbar werden.

Viele Arten sind schon jetzt ausgestorben. In Afrika, von dem die Spezies Mensch mal ausging, wird das Leben nicht mehr möglich sein, weil sozial unerträglich und die Temperaturen werden es auch sein. Obwohl es für sie keine Zukunft mehr gibt, werden immer noch zu viele Kinder in die Welt gesetzt (mit Hilfe der Christlichen Kirche).

Wussten Sie schon, dass 90 Millionen Frauen eine Schwangerschaft ablehnen? In Brasilien gibt ein Bolsonaro den Regenwald zum Abbrennen frei und die EU kauft das dort produzierte Soja. Die Welt stirbt am Kapitalismus.

Manfred Pfirrmann, Lampertheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2Q6YGg6

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