Leserbrief

Das schreiben Leser zum Klimapaket

"Das ist Steuergeld-Verschwendung pur"

Mehr als vier Jahre verschlafen und im September 2019 in einer Nacht alles aufholen? In der Privatwirtschaft würden alle fristlos rausfliegen. Fünf Regierungsmitglieder fliegen gleichzeitig mit vier Flugzeugen zum Klima-Gipfel nach New York! Das ist Steuergeld-Verschwendung pur und zeigt auch: Wasser predigen und selber Wein saufen. Das ist exemplarisch, für weite Teile der Regierungen.

Bayern gibt sich grüner als die Grünen, will aber 2030 aus der Kohle-Verstromung. Dabei hat Bayern gar keine Kohle. Mit der strengen H10 Regelung, an der nicht gerüttelt werden darf, ist kein einziges Windrad dort neu installierbar. Rund ein ganzes Jahrhundert lang haben wir vom Ausland Kohle, Öl und Gas bezogen und Jahr für Jahr 100 000 000 000 Euro dafür bezahlt, für eine Ware, die verbrennt, wie das Feuerwerk an Sylvester.

Die fossile Energie soll abgelöst werden, durch solarer Wasserstoff aus genau den gleichen Ländern, die uns bisher das Öl geliefert haben. Warum stellen wir unsere Energie nicht selbst her? Wir könnten das! Wie kann das zusammengehen: Atom-Ausstieg plus Kohle-Ausstieg bei gleichzeitiger Verhinderung vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren? Was könnten wir nicht alles mit so viel Geld Positives bewirken: Im Bereich Bildung, Forschung, Gesundheit, Wohnen und so weiter 1 000 000 000 000 Euro verbrennen wir in zehn Jahren in Form von Öl und Gas. Das Geld geben wir an Länder, die nicht im Einklang mit unseren Wertvorstellungen stehen.

Wir verbrennen unsere Zukunft. Unsere Kinder und deren Kinder tragen die Last. Mit Waffen und anderem Kriegsgerät, das wir verkaufen, wird ein kleiner Teil des Geldes wieder zurückgeholt (Moral versus Arbeitsplätze). Der große Rest dieser Gelder: Die besten Deutschen Firmen werden auch von solchen Geldern gekauft, oder geraten durch Investitionen mit den Gewinnen aus dem Ölgeschäft in fatale Abhängigkeit. Unser Land gehört uns bald gar nicht mehr. Wir haben es verkauft, damit wir Öl haben. Auf lange Sicht haben wir uns ohne Not, weil es auch anders geht, zum Bettler gemacht. (von Heinrich Ill, Mannheim)

"Warum wird nicht die Entwicklung neuer Technologie gefördert?"

Es reicht nicht aus, alles zu verteuern, wenn aber gleichzeitig die Förderung von Solar- und Windenergie zurückgefahren wird, auslaufen oder die bürokratischen Hürden zu Genehmigungen zur Installation solcher immens erschwert werden. Gleichzeitig wird dem Bürger für stromintensive Betriebe abverlangt, deren Strompreise zu subventionieren. Das verhindert doch, dass sich diese Industriezweige nach neuer Technologie umsehen oder diese entwickelt wird.

Warum wird nicht per Gesetz festgeschrieben, dass auch Schiffs- und Bootsmotoren klimafreundlich und CO2-sparend sein müssen? Warum wird nicht die Entwicklung neuer Technologie gefördert? Es gibt die Möglichkeit, Gezeitenkraftwerke in der Nordsee zu bauen, denn die Flut kommt beständig, oder an Flüssen mit Gefälle Strom zu erzeugen.

Unverständlich ist genauso, warum nicht gegebenenfalls Strom vom Norden nach Süden in unserem Land geleitet werden kann, warum manche Bundesländer hier blockieren. Außerdem gibt es neue Innovationen, um etwa Plastikverpackungen durch Naturstoffe zu ersetzen, wie sie etwa eine Firma aus Eindhoven (Holland) bereits mittels Zuckers herstellt und die dann kompostierbar sind. (von Marliese Hanßen, Ladenburg)

"... und überhaupt: Was mischen die sich ein?!"

Die „Klimahysterie“ nervt sicher dann, wenn es um die eigene Komfortzone geht. Was war das doch ein sorgloses Leben, als man die Erfordernis und den Berg an Aufgaben für Politik und Gesellschaft, um den Wandel hin zu einem nachhaltigen Wohlstand zu meistern (ja, das ist tatsächlich möglich!) noch ungestraft kleinreden konnte. Jetzt kommen da diese vielen jungen Leute – keine Ahnung von Zukunft, Umwelt, Politik und Wirtschaft und überhaupt: Was mischen die sich ein?!

Es ist gut, dass sie mit kreativen Protesten verantwortliches Handeln von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einfordern, damit auch ihre Zukunft noch lebenswert sein wird. Und da sind die vielen Abstriche, die die jungen Heranwachsenden gegenüber heutigen Ansprüchen in Kauf nehmen müssen, schon abgezogen. Man fragt sich allen Ernstes, welche Beweise denn noch angeführt werden müssen, bis man die Realität der Klimaveränderungen akzeptiert. Wenn man wissenschaftliche Erkenntnisse auch nicht gelten lässt, so sollte man wenigstens dazu stehen, dass man sein Verhalten nicht ändern mag. Wäre doch okay. Man kann nicht jede und jeden erreichen, das ist nicht erforderlich.

Übrigens: Wir verwechseln Komfort oft mit Gewohnheiten, die, wenn man sie verändert oder zumindest eingeschränkt hat, oftmals gar nicht mehr vermisst werden. Ich wünsche uns allen, die wir mit anpacken, gutes Gelingen, und dass wir es wieder schaffen, Anerkennung für ein beispielhaftes Vorangehen zu erlangen. Wir würden sicher Nachahmer gewinnen! (von Oliver Roßmüller, Lauda-Königshofen)