Leserbrief

Das schreiben Leser zum Thema Turley

Zum Thema Turley:

Bravo, Herr Lübke, unbedingt dran bleiben! Das Ganze ist einfach ein Skandal! Und jetzt versucht man, es zu „verunklaren“!

Dorothee Oettli, Mannheim

Ich habe mit großem Interesse die zahlreichen Leserbriefe durchgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass in einigen das Wort „Denkmalschutz“ vorkommt. Ich weiß nicht, ob die Briefeschreiber sich die „sanierten“ Gebäude mal angesehen haben. Wie wir Mannheimer wissen, wurden die Kasernengebäude in den Jahren 1870 bis 1880 herum geplant und gebaut und als „Kaiser-Wilhelm-Kaserne“ dann auch ihrer Bestimmung übergeben. Allerdings wurden damals keine Balkone an die Fassade geklatscht, damit die Soldaten auf Ihrer Stube noch Frischluft tanken konnten (diese bekamen sie im Feld).

Ich frage mich, wie das so berühmte Landes- und auch kommunale Denkmalamt so einer Verschandlung der Fassaden zustimmen konnte? Ich wohne selbst seit 20 Jahren in dem ehemaligen Kreiswehrersatzamt, das auch unter Denkmalschutz steht und weiß aus Erfahrung, welche Probleme es gibt, wenn man auch nur die Haustüren erneuern möchte. Aber scheinbar mahlen die Mühlen in dem Amt verschieden je nach Kapital.

Toll, dass Ihre Zeitung die gemeinwohlschädigenden finanziellen Praktiken um das Turley-Grundstück untersucht und öffentlich gemacht hat. Sehr gut die vielen Leserzuschriften hierzu im „MM“. In den Kommentaren wird alles Wesentliche dazu gesagt – fast, denn ich meine, ein Punkt muss noch betont werden: Es bleibt die Frage, wieso ein dubioses Konsortium, das mit Sicherheit nicht an Gemeinwohl orientiert ist, bereit ist, einen solch überhöhten Preis zu zahlen an Herrn Bock? Einen Tom Bock, der selbst an diesem Konsortium beteiligt ist! Es ist klar, dass mit normaler Bebauung und angemessenen Mieten – von sozialen gar nicht zu reden – die Gewinnerwartungen von Leuten, die durch Wetten reich geworden sind, nicht zu befriedigen sind angesichts dieser enormen Investitionen für Grund und Boden.

Spekulative Erwartung

Dazu passt, dass es von den Investoren hierzu keine Erklärungen gibt ebenso wenig wie für die Planungen für die Bebauung und Baubeginn. Etwas verbirgt sich hinter diesem Geschäftsgebaren. Hier ist weitere Recherchearbeit nötig. Zahlt Herr Bock Steuern auf seinen Riesenprofit? Können seine Kumpanen – darunter er selbst – die investierte Summe steuerlich abschreiben?

Wir haben schon genug gehört von den Fantasien von Spekulanten: Steuerbetrug auf vielfache Weise, Geldwäsche, Mietwucher und so weiter. Mancherorts werden teure Wohnungen gebaut und leerstehen gelassen nur in der spekulativen Erwartung auf weitere Preisteigerungen. Meine Kenntnisse und meine Fantasie sind diesbezüglich sehr begrenzt. Übernehmen Sie, Herr Lübke!

Wolfgang Buchholz, Mannheim

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