Leserbrief

Das schreiben Leser zur Verhüllung des "Sarotti-Mohrs"

Zum Artikel „Umstrittener Sarotti-Mohr künstlerisch in Jute gewickelt“ vom 13. Februar:

Der Begriff Mohr ging aus dem lateinischen „maurus“ hervor und verweist auf die Bewohner Mauretaniens. Eine Wertschätzung der maurischen Bevölkerung, die uns die moderne Pharmazie brachte, findet sich in den traditionellen „Mohren-Apotheken“ wieder, ist also das Gegenteil von Diffamierung. Das interessiert aber die nicht, die solche Apotheken in ihrem Wahn bedrohen und sogar vor Anschlägen nicht zurückschrecken.

Rassismus findet im Kopf statt und nicht auf einem Werbeschild! Im Grunde entlarven sich solche Aktivisten mit ihrer „doktrinären Gewalt“ also selbst. Getoppt wird dieser Wahnwitz in München, durch den Antrag von Linkspartei-Stadtrat Orhan Akman auf den Begriff „Schwarzfahrer“ zu verzichten, weil dieser rassistisch sei. Der Begriff Schwarzfahrer hat nichts mit der Farbe zu tun, sondern hat seinen Ursprung im jiddischen Wort „Shvarts“, was „arm sein“ bedeutet. (von Herbert Semsch, Brühl)

Ich finde es schade, dass man sich ständig dem Diktat anderer Kulturen hier in Deutschland unterwirft. Seit mehr als 100 Jahren gibt es diese Werbefigur des Sarotti-Mohren – und nun wird er verhüllt. Es wird uns Deutschen nur noch von irgendwelchen Weltverbesserern vorgeschrieben, wie wir zu denken, handeln und vor allem, was wir zu sagen haben. Da ist an vorderster Front Herr Tahir Della, gefolgt von einer Rechtsanwältin Ruhan Karakul – und wer in diesem erlauchten Kreis selbstverständlich nicht fehlen darf, ist Herr Gerhard Fontagnier.

Wenn man alle Traditionen, alle zeitgeschichtlichen Ereignisse und alle öffentliche Symbole, die auf die „schlimmen Deutschen“ zurückzuführen sind, verhüllen oder beseitigen wollte, würde Deutschland bald seine eigene Identität aufgeben. Wir dürfen heute ja noch nicht einmal mehr ein Zigeunerschnitzel bestellen, geschweige denn einen Mohrenkopf verlangen, ohne schräg angeschaut zu werden.

An Kaffees, Apotheken und Gaststätten will man auch daran rütteln, den Namen zu verbieten, wenn ein Bezug zum Namen Mohr darin vorkommt. An einem Verhüllungs- beziehungsweise Vermummungsverbot einiger muslimisch-arabischer Frauen hier in Deutschland regt sich kaum Widerstand. Aber an einer Werbefigur, in Form vom Sarotti-Mohren, den hüllt man dann mal kurzerhand ein, um Herrn Gerhard Fontagnier und seinen Mitstreitern ein Gefühl der Macht und letztendlich Zufriedenheit zu geben. Ich hoffe nur, dass Herr Torsten Riehle so viel Mut und Rückgrat besitzt, den Sarotti-Mohren unverhüllt hängen zu lassen, und zwar dort, wo er hingehört – ins Capitol. (von Gunter Engert, Mannheim)

Hätte man nicht gleich wenigstens „Christo“ engagieren können für eine etwas anspruchsvollere „künstlerische Verhüllung“? (von Uwe Merkel, Mannheim)

Auf Ihrer Titelseite lese ich die große Aufmachung mit dem Titel „Umstrittener Sarotti-Mohr künstlerisch in Jute gewickelt“. Die Aufregung, die in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren mit diesem und anderen Begriffen einhergegangen ist, und die geistigen Abgleitungen, die diese Begrifflichkeiten mit „Rassenhass, Diskriminierung, Hetze und so weiter“ in Verbindung bringen, ist kaum nachzuvollziehen.

Wer sich über solche alten Begrifflichkeiten Gedanken macht, wie man in diese Begriffe diskriminierende Ansichten hineininterpretieren kann, der hat entweder nichts Sinnvolles zu tun, hat ein vererbtes schlechtes Gewissen oder ist paranoid. Ich glaube, wir haben in unserem Lande anderes, Wichtigeres und Wesentliches und mit mehr positiver Einstellung zu tun, an deren Lösungen und Erfolgen man sich noch erfreuen kann. Wir sind einer Zensur unserer Sprache schon sehr nahe. Wo soll das noch hinführen? (von Uwe Nakoinz, Edingen-Neckarhausen)

Wurden eigentlich schon einmal unsere farbigen Mitmenschen zu diesem Thema befragt? Die Figur hatte 100 Jahre ihre Ruhe und es sogar bis ins Museum geschafft und wieder mal gibt es Moralapostel, deren Lebensinhalt nur darin zu bestehen scheint, Traditionen zerstören zu wollen. Hat die ach so engagierte Flüchtlingsinitiative mal einen einzigen Flüchtling auf diese Figur angesprochen?

Es gibt schwarze Figuren, weil es schwarze Menschen gibt. Wie diskriminierend es doch ist, fast überall nur weiße Figuren sehen zu müssen, nur weil ich weiß bin. Klementine, Tilly, selbst das HB-Männchen waren weiße (Werbe-)Figuren. Warum hat sich da noch niemand beschwert, dass nur Weiße für Werbung ihren Kopf hinhalten müssen? (von Michael Wachler, Altrip)

Sensation in Mannheim! Der Sarotti-Mohr wurde verhüllt. Verpackungskünstler Christo hätte seine helle Freude daran gehabt. Die Provinz-Posse, die eigentlich gar keine sein sollte, geht in die nächste Runde. Wobei der Grünen-Stadtrat (Herr Fontagnier) der größte Possenreiser ist. Meint: Von dieser Vorgehensweise bin ich nicht begeistert. Herr Fontagnier, von Ihren Aussagen bin ich auch nicht begeistert.

Aber auch Capitol-Chef Riehle tut sich unrühmlich hervor. Allein den Sarotti-Mohr verhüllen zu lassen, zeugt von solch einer Einfallslosigkeit, wie es schlimmer nicht mehr geht. Und dann in ein paar Wochen wieder enthüllen! Wie blöd ist das denn? Herr Riehle, Sie sind ein Umfaller. Anstatt Rückgrat zu zeigen, knicken Sie wegen einer unbedeutenden Minderheit ein, um Ihre Aktionstage gegen Rassismus zu legitimieren. Das nenne ich ein fatales Vor- und Vergehen. Der Sarotti-Mohr muss für alle Zeiten unverhüllt bleiben. (von Klaus Anacker, Mannheim)

Die endlose Diskussion um den Sarotti-Mohr hat hoffentlich jetzt ein Ende gefunden, da kommt Herr Della schon mit der nächsten Forderung um die Ecke: Das Wort Mohr sollte aus Straßen, Apotheken, Cafés und so weiter verschwinden. Da ist es wohl dann nur noch ein kleiner Schritt, den Familiennamen Mohr zu verbieten!? Für mich und viele andere wird es langsam lächerlich! (von Jochen Merkel, Ludwigshafen)

Allmählich wird die Political Correctness zur Obsession. Nun wird also der Sarotti-Mohr, eine 100 Jahre (!) alte Werbefigur, erneut zum Opfer hysterischer Eiferer. Vielleicht sollten diese Eiferer des Guten und Schönen dem Stein ihres Anstoßes einfach einen gefakten Lehrvertrag als Gas- und Wasserinstallateur (m/w/d) unterjubeln. Dann könnte Thomas Law-and-Order-Strobl ihn als gut integrierten Asylbewerber ins nächste Flugzeug nach Kabul setzen … Ende Gelände. Die Frage ist allerdings, was nach der Abschiebung als Nächstes kommt? Die Forderung, das Capitol zu schließen? Achtung: Das war Satire! (von Peter Grohmüller, Edingen-Neckarhausen)

Warum nicht dunkelhäutige Leute aus Schokolade-Anbaugebieten fragen, ob sie sich durch den Sarotti-Mohr diskriminiert finden? (von Antonia Gerstle, Mannheim)

Weshalb soll die alte gewohnte Werbefigur – Markenzeichen – Sarotti-Mohr vom Mannheimer Capitol in einem „Museum“ verschwinden, verstauben? Aber was ist mit den Mannheimer Namensträgern Mohr und Schwarzer? Müssen diese ihren Familiennamen jetzt politisch korrekt umschreiben lassen? Im Mannheimer öffentlichen Telefonbuch ist der Name Mohr 25 Mal zu finden, der Name Schwarzer dreimal. Die bekannten Mainzer Sänger, Ernst Neger und Thomas Neger, müssen die auch sich einen anderen politisch korrekten Familiennamen beschaffen? Wie muss sich die Journalistin Alice Schwarzer verhalten? (von Rudolf Lenk, Schwetzingen)

Als ich noch Kind war, aß ich gerne Mohrenköpfe oder man sagte auch Negerküsse dazu. Das änderte sich auch nicht, als ich älter wurde. War das rassistisch? Heute darf man es nicht mehr so sagen. Ich und viele meine Freunde können das nicht verstehen. Sind wir denn nun Rassisten? Nun, hier kann ich es noch einigermaßen akzeptieren, dass man nun Schokoküsse sagen soll. Aber beim Sarotti-Mohr kann ich die Aufregung nicht verstehen und auch nicht akzeptieren. Denn schließlich handelt es sich hierbei um eine alteingesessene Marke, die es schon seit Jahrzehnten gibt. Soll man nun den Markennamen ändern.

Genauso sehe ich das beim Café Mohrenköpfle, welches auch schon in die Diskussion geraten ist. Auch hierbei handelt es sich um eine alteingesessene Institution. Haben wir keine wichtigeren Probleme in unserem Land? Packt diese an und verschwendet nicht Energien in unnötige Diskussionen zum Thema Sarotti-Mohr und Café Mohrenköpfle. Viel wichtiger wäre die Diskussion über die AfD und Herrn Gauland. Denn dieser Herr will keinen dunkelhäutigen Bundesligafußballspieler in seiner Nachbarschaft haben. Das ist wirklich rassistisch!! (von Bernhard Welker, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/329006E 

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