Leserbrief

Das schreiben "MM"-Leser zu den Querdenken-Demos

Zum Thema Querdenken-Demos:

Zu Recht wird der Versuch der rechten Gruppierungen, den Reichstag anlässlich der Demonstration gegen die Einschränkungen wegen Corona (nicht gegen Corona – weil diese absurde Unterstellung die Demonstrant*innen diffamiert!) einhellig verurteilt. Mitgeführte Reichsflaggen vor dem Reichstag, das ginge nun gar nicht. Mich wundert nur, dass bei der gebetsmühligen Wiederholung dieser Auffassung niemand stutzig wird.

Wieso hat man denn überhaupt die alte und zwangsläufig auch historisch belastete Bezeichnung für dieses Gebäude beibehalten? Warum hat man – oder nimmt dies nunmehr einmal zu Anlass – den Reichstag nicht auch als Gebäude in „Bundestag“ umbenannt? Der Reichstag tagt schließlich nicht mehr im Reichstag. Auch in anderen Fällen stört sich niemand an einem einheitlichen Begriff für Institution und Gebäude. Wenn Reformen in der Kirche angemahnt werden, kommt auch niemand auf den Gedanken, dass nun architektonische Veränderungen an einem Gebäude angestrebt werden sollten.

Dass der Bundestag als parlamentarische Institution in einem monarchistischem, nationalsozialistisch missbrauchten Reichstag tagt, ist eine folgenschwere Inkonsequenz und latente Verklärung der Geschichte. So ist es für die Rechten geradezu naheliegend, dass sie versuchen, sich ihres „Reichstags“ zu bemächtigen.

Nicht nur eine riesige Glaskuppel auf dem Gebäude sollte den neuen Geist der Bundesrepublik Deutschland vom kaiserlichen, nationalsozialistischem Reichstag abheben oder gar trennen, sondern auch die Bezeichnung des Gebäudes selbst. Der Bundestag sollte fortan auch im Bundestag tagen. Das klingt nicht nur anders, das wäre vielleicht auch einmal etwas bewusst anderes. Die Zeit der „Reiche“ passt weder national noch europäisch und sollte konsequent der Vergangenheit zugeordnet werden. (Roland Weber, Mannheim)

Als Anfang Juni Mitglieder von „Greenpeace“ das Reichstagsgebäude stürmen wollten, war das dem „Mannheimer Morgen“ nicht einmal eine Notiz wert; als jetzt am Rande einer von rund hunderttausend Menschen gebildeten Demonstration eine Gruppe in das Reichstagsgebäude eindringen wollte, bildete das Geschehnis den Anlass für eine Riesen-Schlagzeile auf der ersten Seite samt einem ausführlichen Bericht mit einem Statement des unfähigsten Bundespräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sowie einem weiteren Text auf der zweiten Seite.

Als im Jahre 2017 anlässlich des G20-Treffens bürgerkriegsähnliche Zustände in Hamburg herrschten, kommentierte der „Mannheimer Morgen“ mit der Feststellung, dass das Demonstrationsrecht unantastbar sei und derartige Vorkommnisse eben in Kauf genommen werden müssten. Dasselbe Argument wird übrigens bei allen anderen „linken“ Demonstrationen vorgebracht, die stets mit Gewalt, Krawallen und Angriffen auf die Polizeibeamten verbunden sind. Als am Samstag die Demonstranten die sowieso sinnlosen und schikanösen Hygienevorschriften übertraten, war das auf einmal Anlass für den „Mannheimer Morgen“, das Grundrecht der Versammlungsfreiheit in Frage zu stellen. Werner Kolhoff greift in seinem Beitrag darüber hinaus die Gerichte an, die das verfassungswidrige Verbot der Demonstration aufgehoben hatten.

Es ist diese unerträgliche Doppelmoral, die immer mehr Bürger in den berechtigten und legitimen Widerstand gegen das politisch-mediale Establishment treibt. Wenn der erwähnte Werner Kolhoff in seinem „unterirdischen“ Beitrag schreibt, dass das Misstrauen normaler Bürger in den demokratischen Staat und alle seine Institutionen erschreckend sei, zeigt dies nur seine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit. Die normalen Bürger misstrauen nicht dem demokratischen Staat und seinen Institutionen, sondern Politikern, die die einfachsten Grundregeln eines demokratischen Umgangs miteinander missachten, und Journalisten, die dieses arrogante Verhalten befürworten und lobpreisen. Es würde übrigens auch dem „Mannheimer Morgen“ gut anstehen, einmal andere Meinungen als die sattsam bekannte Hofberichterstattung zu Wort kommen zu lassen. (Gunter Zimmermann, Mannheim)

Querdenken ist eine Denkmethode, um in einem kreativen Denkprozess zu versuchen, Probleme zu lösen. Diesen Begriff für Menschen einzusetzen, die nur gegen die aktuellen Problemlösungswege demonstrieren, ohne eigene Lösungsmöglichkeiten anzubieten, ist eine Beleidigung für alle Querdenker. Querdenker sind keine Quertreiber! (Elmar Weigel, Ludwigshafen)

Wenn man sich die Berichterstattungen unserer Medien zu Gemüte führt, könnte man meinen, dass bei den Corona-Demonstrationen in Berlin ausschließlich Rechtsradikale, Rechtsextremisten, Nazis, sogenannte Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker unterwegs waren. Dem war nicht so. Den Bürgern soll wieder suggeriert werden, dass ein „Kampf gegen Rechts“ die einzig wahre Lösung für ein besseres Deutschland ist. Ein von Linksideologen gesteuertes Deutschland. Eine neue Gesellschaft.

Wie ich aus sicherer Quelle erfahren habe, setzte sich die Mehrzahl der Demonstranten aus einer ganz anderen Klientel zusammen. Nämlich aus Linksradikalen, Linksextremisten, einer kriminellen links-grünen Antifa, aber auch aus ganz vernünftigen Bürgern, die einfach nur ihre Meinungen äußern und friedlich protestieren wollten. Dies war auf vielen Einblendungen zu sehen.

Am meisten in Rage bringt mich jedoch diese elende Verlogenheit und Heuchelei von Protagonisten der SPD, der Linken und den Grünen sowie den mit Ausnahmen gleichgeschalteten Medien. Kein Wort über die verbrecherischen Tätigkeiten einer Antifa, die Andersdenkende bedroht, Gewalt anwendet und konservative Verlage und Institutionen beschädigt. Kein Wort über eine Claudia Roth (Bundestagsvizepräsidentin), die bei einer linksradikalen Demo mitläuft, in der skandiert wird „Deutschland verrecke“.

Ich möchte gewisse Ausschreitungen in Berlin keineswegs verteidigen. Aber eine neutrale und objektive Berichterstattung wäre wünschenswert. Vielleicht mal ein „Kampf gegen Links-Grün“! (Michael Groß, Schrießheim)

Mit großem Entsetzen habe ich die jüngste Demo in den Medien verfolgt. Da ist aber nicht zum ersten Mal etwas total schief gelaufen. Kaum zu glauben, wie unterschiedlich doch unsere Behörden (Gerichte) urteilen! Man könnte fast den Eindruck gewinnen, einige Entscheidungen werden in geselliger Runde ausgewürfelt!

Zu den Fakten: Wir müssen zwischen dem Grundrecht der Versammlungsfreiheit und dem der Unversehrtheit des Lebens abwägen. Wir haben uns für das Leben entschieden. So die Worte vom Innensenator aus Berlin. Im Übrigen, das ist auch meine Meinung! Die Initiatoren der Querdenker-Demo sind juristisch sofort gegen das Urteil vorgegangen und siehe da, in der nächsten Instanz konnten sie schon ihre bunten Fahnen ausbreiten, weil die Demo wurde kurzerhand genehmigt! Man sollte erst gar nicht den Versuch starten und an den gesunden Menschenverstand appellieren, wo wenig oder gar nichts ist, kann man auch nichts wachrufen!

Die Protestbewegung in Berlin wurde dann doch vonseiten der Polizei beendet. Allerdings doch fast etwas zu spät, der tobende und lautstarke Mob (Volkssturm!) ist bis an den Reichstag vorgedrungen, um dort die neuen Fahnen zu schwenken! Eine Hand voll mutiger Polizisten konnten gerade noch das Schlimmste verhindern. Sie verdienen meinen vollsten Respekt und meine Hochachtung! (Günther Eschmann, Ilvesheim)