Leserbrief

Hier hat der Leser das Wort: Zu "Im Straßengraben gelandet" (FN 1. Februar)

Den richtigen Abschleppdienst rufen

Wieder zeigt sich beim Polizeibericht aus Marktheidenfeld die fragwürdige Struktur und Listung der Abschleppunternehmen in Bayern.

Wegen Eisglätte konnte ein herbeigerufener Abschleppdienst am vergangenen Freitag um 23.55 Uhr ein verunfalltes Fahrzeug nicht bergen und abschleppen. Wahrscheinlich bedingt durch die bauliche Konstruktion eines Abschleppwagens, der auf der hinteren Antriebsachse kein Gewicht hat, war es nicht möglich, besagte Bergpassage der MSP 32 zu befahren.

Ein hier nahe gelegener Abschleppdienst, der in Bayern nicht auf der umstrittenen "Abschleppliste" eingetragen ist, verfügt über Spezialfahrzeuge, die diese Steigungen meistern. Warum hier nicht gehandelt wird, um Sorge für die Umwelt (Fahrzeug liegt auf der Fahrerseite) und den Verkehrsfluss zu tragen, ist genauso fragwürdig.

Die bayrische Art, Hilfeleister zu separieren, dürfte völlig überholt werden. Ein Verband in Bayern (www.iga-verein.de) fordert seit Jahren eine kostenlose Notrufnummer, unter der alle Abschleppunternehmen in Deutschland gelistet werden. So dürfte per Knopfdruck, der nächstgelegene, geeignete und/oder eventuell günstigere Abschleppbetrieb zu finden sein. Im modernen Computerzeitalter dürfte das funktionieren.

Selbst die Arbeit der Polizeibeamten wäre kein Stück problematischer als diese momentan der Fall ist. Es ist auch nicht in der Aufgabe der Polizei, sich um eine faire Auftragsvergabe an den entsprechenden Hilfeleister zu kümmern.

Nach der Straßenverkehrsordnung und dem Fernstraßengesetz muss eine schnellstmögliche Räumung der Straßen veranlasst werden. Dies würde mit dem oben genannten System funktionieren. Auch die überteuerte Telefon-Vermittlungsgebühr für einen benötigten Abschleppdienst würde somit entfallen. Zum Glück erreicht man Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst kostenlos.

Wäre ich in einer Notlage mit meinem Auto, würde ich den nächstgelegenen Abschleppdienst verlangen.

Vorsicht ist angeraten, wenn man einem Abschleppdienst begegnet, der die Preislisten nicht am Einsatzfahrzeug von außen sichtbar aushängt und/oder nicht auf Verlangen sofort eine Preisliste aushändigt und/oder nicht die Kosten vor Auftragsbeginn schriftlich auf dem Auftragsschein fixiert. Manchmal ist es sogar ratsam, sich von mehreren Abschleppdiensten ein Preisangebot einzuholen.

Man sollte grundsätzlich auf einen Abschleppdienst bestehen, da nur dessen speziell ausgebildetes Fachpersonal die Eignung dazu hat, ein Fahrzeug fachgerecht ohne Nachbeschädigung aufzuladen und die Straßen ordnungsgemäß zu reinigen.

Man sollte sich auch über die Unterbringung des Fahrzeugs informieren lassen, denn es ist nicht immer ratsam, das Unfallwrack, aus dem umweltgefährdende Stoffe auslaufen, nachts in einem Wohngebiet mit einem Lärm verursachenden Abschleppwagen abzustellen. Die Abschleppdienste halten besondere Plätze mit Benzin und Ölabscheidern vor.

Dann fehlt eigentlich nur noch, dass der "herbeigerufene" Abschleppdienst auch kommt!