Leserbrief

Leserbrief: Zum Medaillenspiegel bei Olympia

Die gerechtere Variante

Vor einigen Tagen las ich einen Kommentar über "Erbsenzähler". So wurden diejenigen bezeichnet, die nur die Goldmedaillen eines Landes beachten, da die für die Rangliste des Medaillenspiegels maßgebend sind. Zurecht appellierte der Kommentator hierbei an eine sportliche Sicht der Wettkämpfe und warb für eine wohlwollendere Honorierung auch der Silber- und Broncemedaillen.

Nachdem nun der komplette Medaillenspiegel vorliegt und ich mich mit den vorgenannten Aussagen identifiziere, habe ich mir Gedanken gemacht, wie man dem Ganzen sportlich gerecht werden könnte.

Ich meine, wenn eine Goldmedaille mit zehn Punkten bewertet wird, Silber mit sieben und Bronze mit vier, wird das der Sache und auch dem olympischen Gedanken gerecht. Zum Vergleich sähe dann der Medaillenspiegel der bestenzehn Nationen wie folgt aus:

1. USA 247 Punkte, 2. Deutschland 219, 3. Kanada 209, 4. Norwegen 170, 5. Südkorea 110, 6. Österreich 106, 7. Russland 93, 8. China und Schweden beide 80, 10. Schweiz 72.

Die USA wäre somit aufgrund der Vielzahl seiner Silber- und Bronzemedaillen klarer Spitzenreiter und Gastgeber Kanada rutscht von Rangeins auf Rang drei zurück. Klarer Verlierer wäre die Schweiz, die vom sechs auf den zehnten Rang zurückfiele. Deutschland hielte seinen zweiten Platz. Und Russland ( 3/5/7) profitierte, da es vom offiziellen elften Platz, aber mit 93 Punkten auf dem siebten Platz Rang in den Top-Ten landet.

Ich wünschte mir, dass diese, meines Erachtens gerechtere Medaillenbewertung künftig auch in allen Medien und Presseorganen Berücksichtigung fände, damit es mit der "Erbsenzählerei" endgültig vorbei ist.