Leserbrief

Die IHK war zu passiv

Zum Leserbrief „Rheinbrücke Mannheim-Altrip wieder aufleben lassen“ vom 11. Mai:

Als ehemaliger Mannheimer Verkehrsplaner will ich zum tragischen Torso des Rhein-Neckar-Schnellweges (B38a) für Aufklärung sorgen. Die Mannheimer Verkehrsplaner sind nicht schuld, dass in den 1990er Jahren der Rhein-Neckar-Schnellweg aus dem Bundesverkehrswegeplan entfernt wurde. Viele Jahre haben sich die Stadtverwaltung und deren Verkehrsplaner für die Realisierung dieses Projektes eingesetzt. Im Bundesverkehrswegeplan befand sich dieses zu 100 Prozent vom Bund finanzierte Verkehrsprojekt mit einer Kosten-Nutzen-Bewertung von 1:6 in der höchsten Priorität der Verkehrsfachleute.

Scheitern wegen Widerständen

Diese Straßenverbindung (B38a) zwischen der B38 bei Mannheim Vogelstang und der B9 auf der linksrheinischen Seite wurde trotz Unterstützung der IHK leider von den Mannheimer Grünen und der SPD, sowie dem Landkreis Ludwigshafen und der Gemeinde Altrip ständig schlecht geredet. Zur Ausführung kamen daher nur der Abschnitt zwischen der Feudenheimer Straße und der Casterfeldstraße mit einer Anbindung zum Großkraftwerk.

Das Bundesverkehrsministerium hatte jahrelang bei der Stadt Mannheim nachgefragt, wann nun die restlichen Bauabschnitte zur Ausführung kommen. Da der Weiterbau wegen der Widerstände scheiterte, hat das geduldige Ministerium schließlich kapituliert und dieses für Mannheim so wichtige Entlastungsprojekt aus dem Verkehrswegeplan herausgenommen. Dies war einer der schwärzesten Tage für die Stadt Mannheim und die ganze Region. Damit wurde im Verkehrsschwerpunkt der Metropolregion ein nicht wieder gut zu machender Fehler begangen, welcher die nachfolgende Generation ausbaden muss.

Schaden sich selbst

Auch im 21 Jahrhundert wächst die Motorisierung in der Region und bei jeder Brückensanierung müssen die Verkehrsteilnehmer Staus in Kauf nehmen. Eine nachträgliche Aufnahme dieses Projektes, welches nur als Torso bezeichnet werden kann, ist kaum denkbar. Am meisten hat mich die IHK enttäuscht, die trotz ihrer guten Beziehungen zur Politik, leider zu passiv war. Allein die Autogegner bei den Grünen und der SPD können frohlocken. Aber auch dieser Personenkreis beteiligt sich stark am Verkehrsaufkommen und schadet sich schließlich selbst.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2x746jF