Leserbrief

Die Regenbogen-Aktion

Von Emilia Hoerdt, 10 Jahre)

Es war Sonntag. Ich saß auf meiner Fensterbank und hielt das Bild, das ich vor zwei Tagen gezeichnet hatte in den Händen. Es war ein kunterbunter Regenbogen. Er hatte sieben Farben: Rot, orange, gelb, grün, türkis, pink und lila. Obendrüber prangte eine strahlende Sonne und eine dunkle Regenwolke, die kleine Regentropfen regnete. „Na los, mach schon“, quengelte mein kleiner Bruder Paul. „Ja, ja“, sagte ich.

Ich kritzelte noch schnell meinen Namen auf das Blatt und klebte es mit Tesafilm von innen an die Fensterscheibe. „Ja, so weiß jetzt jeder, dass du auch zu Hause bist“, rief er überglücklich. „Nicht nur“, meinte ich: „Jetzt weiß auch jeder, dass auch ich mich nicht mit anderen Kindern treffen oder auch meine Großeltern sehen kann.“ „Hm, das stimmt“, antwortete Paul darauf. „Weißt du was?“, krakelte er. „Nein was?“, fragte ich. „Ich male jetzt noch ganz viele andere Regenbögen.“ Und damit marschierte er fröhlich aus meinem Zimmer. Ich überlegte für einen Moment was ich tun sollte. Dann setzte ich mich an meinen Schreibtisch und begann aufzuschreiben, warum der Regenbogen, mein Regenbogen, anderen Kindern Hoffnung schenkt.

Wenn andere Kinder meinen Regenbogen sehen und vielleicht schon von der Aktion gehört haben, wissen sie, dass auch ich zu Hause bin. Dass auch ich meine Freunde und Großeltern nicht persönlich treffen kann, dass sie nicht alleine sind in dieser Situation. Vielleicht gefällt euch die Aktion genauso gut wie mir. Dann macht doch mit! Malt auch einen Regenbogen und klebt ihn als Zeichen der Verbundenheit in eure Fensterscheibe!