Leserbrief

Hier hat der Leser das Wort: Zu "Großzügigkeit der Mainlände erhalten" (FN 12. März)

Doch kein Spielplatz oder Park im Mainvorland?

Bei der Gemeinderatssitzung in Kreuzwertheim wurden viele Entwürfe eines Bebauungsplans für die Brückenstraße/Mainvorland Kreuzwertheim vorgestellt. Die Entwürfe entstammen dem Gedankengut der Studenten und wurden von deren Professor Martin Schirmer von der Fachhochschule für Architektur und Bauingenieurwesen Würzburg vorgetragen und erklärt. Das Gezeigte und Vorgetragene hat bei vielen Gemeinderäten Schmunzeln und Stirnrunzeln hervorgerufen. Grund war sicherlich, dass in 80 Prozent der Entwürfe die Spessart-Brauerei abgerissen wurde und ebenso die Gaststätte "Stern" und deren Nebenhäuser dem Erdboden gleichgemacht wurden. Es war ein ansehnlicher Ortskern zu erkennen.

Die Entwürfe waren nicht schlecht, man könnte sich so einen Ortskern vorstellen, der ja in Kreuzwertheim eigentlich nicht vorhanden ist. Meines Wissens aber will die Spessart-Brauerei weiterhin bestehen bleiben, und auch die anderen Gebäude sind nicht Eigentum der Gemeinde. Somit hat man kein Zugriffsrecht, um derlei Maßnahmen umzusetzen.

Warum dann das Ganze? Warum bemüht man ein Heer von Studenten, um Vorschläge für einen Bebauungsplan auszuarbeiten, der ja aus der Gesetzmäßigkeit heraus eigentlich nicht zu realisieren ist, zumindest nicht in absehbarer Zeit?

Die Vorschläge waren wirklich gut. Aber sie können nur das beinhalten, was man ihnen als Maßnahme vorgegeben hat. Also müsste von der Verwaltung in Kreuzwertheim die Maßnahme ausgegeben worden sein, Brauerei- und andere störende Gebäudebesitzer zu enteignen. Ist das realistisch?

Auch die anderen in Bebauungsplänen vorgestellten Baulichkeiten entziehen sich dem Eigentum der Marktgemeinde. Es sind die Gärten unterhalb der Brückenstraße. Sie sind im Besitz des hiesigen Fürstenhauses. Ein Altersheim, Schwimmbad oder Generationen-Park wären nur zu realisieren, wenn das Gelände gemeindeeigen wäre. Warum bemüht unser Gemeinderat also einen so großen Apparat, der ja auch etwas kostet, wenn man das Gezeigte ja doch nicht realisieren kann?

Es müsste für diesen Bereich ja eigentlich ein Bebauungsplan existieren. Es stehen ja schließlich schon seit längerer Zeit Gebäude dort. In jüngster Zeit wurde in diesem Bereich ein neues mehrstöckiges Wohngebäude hochgezogen, was man meines Wissens ja eigentlich nicht so gestatten wollte. Aber daneben stand schon ein ebenso hohes Haus. Das ist dann schon Bebauungsplan.

Grundstücke für mehrstöckige Gebäude sind gewinnbringender zu verkaufen als solche für einstöckige. Man hat seinen Reibach gemacht, und jetzt besteht die Angst, dass solche höheren Gebäude bis nahe an das Schloss herangebaut werden und dessen Aussicht, aber auch Ansehen, dadurch vermindert wird. Die Angst verstehe ich.

Wäre es da nicht einfach, der Gemeinderat beschließt eine Änderung des Bebauungsplanes, der in der Nähe des Schlosses nur einstöckige Gebäude erlaubt? Dann ist es aber schwieriger, einen höheren Grundstückspreis zu erzielen.

In einem Beisatz wurde der Professor vom Bürgermeister Fuhrmann gefragt, was er denn von einem Spielgelände im Mainvorland hält. Martin Schirmer meinte dann - wie abgesprochen, dass dieses Gelände eigentlich zu schade, sogar unverträglich für einen Spielplatz, sei und es dafür bestimmt andere Plätze gäbe. Außerdem mindere ein Spielplatz die Wohnqualität der hier künftig entstehenden Wohngebäude.

War nicht in einem der Vorschläge sogar ein Schwimmbad zu sehen?

Von "Zu neuen Ufern" war hier nicht viel zu sehen. Da entdeckt man nur dann was, wenn man das Ufergelände in die Vorgaben für die Studenten mit einbezogen hätte. Weil dafür wohl keine Vorgabe da war, hat man dies auch nicht getan.

Es ging also bei alldem nicht ernstlich um einen neuen Bebauungsplan für dieses Gelände. Ein Freizeitgelände für Kinder und auch Erwachsene im Mainvorland war vom Gemeinderat versprochen.

Dass dies realisierbar und auch schön und sinnvoll sein kann, hat der nahezu gesamte Marktgemeinderat bei einer Exkursion im vergangenen Jahr mit eigenen Augen, zum Beispiel in Randersacker, gesehen und dem zugestimmt. "Dies können wir durchaus bis 2010 realisieren", war damals die Aussage. Ist jetzt schon alles wieder vergessen worden?

Was hier vorgetragen wurde, hat mit all dem keinen Zusammenhang mehr. Will man sich so dem Zugesagten entziehen?