Leserbrief

Durchsichtiges Manöver

Zum Artikel „Anfrage setzt Berlin unter Druck“ vom 31. Juli:

Warum werden die USA und England nicht als Kriegstreiber gebrandmarkt? Mit der grundlosen Aufkündigung des Uran-Abkommens mit dem Iran hat Trump die Eskalation bewusst eingeleitet und alle Bündnispartner mit der Aufforderung zu Sanktionen unter Druck gesetzt. Deutlicher kann man nicht zeigen, wie abhängig der Großteil der sogenannten Staaten in Europa sind.

Dann stoppt England in internationalen Gewässern (Gibraltar) einen Tanker unter iranischer Flagge, der im Verdacht stünde, gegen die verhängten Sanktionen verstoßen zu haben. Seit wann hat sich der Iran an US-amerikanische Blockadeanordnungen zu halten und wer hat England aufgefordert, so zu handeln? Kaum ein Aufmucken zu diesem völkerrechtswidrigen Akt. Daraufhin beschlagnahmt der Iran ein englisches Schiff in der Straße von Hormus. Bezeichnenderweise lehnt England einen Austausch ab. Damit wäre alles entschärft worden. So blicken schließlich alle auf diesen „Brennpunkt“ und vergessen ganz die Reihenfolge der Maßnahmen.

Deutliche Worte fehlen

Nun fordern die Amerikaner die deutsche Regierung auf, militärischen Beistand zu leisten. Wer nur einigermaßen die Geschichte kennt und auch die angeblichen „Kaperversuche“, die man dem Iran in den letzten Tagen in die Schuhe schieben will, sollte seine Ablehnung für derartiges Ansinnen aussprechen. Bislang hat sich die deutsche Regierung mit einem „Nein“ zu einer militärischen Unterstützung in diesem Konflikt eindeutig festgelegt und man kann hoffen, dass es dabei bleibt.

Den Medien kann man bundesweit kein gutes Zeugnis ausstellen. Notwendige Kritik muss man fast erahnen, weil deutliche Worte fehlen. Den Medien kommt mehr Bedeutung zu, als sie erkennen. Genau dies beweisen die Tricksereien, mit denen seitens der USA seit Jahrzehnten gearbeitet wird.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2M4YQ6Q