Leserbrief

Egozentrische Parteitaktik

Zum Thema SPD:

Es ist nach meinem Empfinden unfair und unverantwortlich gegenüber den verbliebenen immerhin etwa 20 Prozent SPD-Wählern, dass die SPD nicht wenigstens durch Koalitionsgespräche versucht, ihre Punkte aus ihrem Wahlprogramm in eine neue Regierung einzubringen und damit weitere reale Schritte umzusetzen. Wenn man eine Partei wählt, dann doch meistens, weil man hofft, dass reale Schritte im Sinne des Wahlprogramms umgesetzt werden. So vergrault die SPD mit egozentrischer Parteitaktik auch noch die verbliebenen Wähler. Der Wahlkampfslogan der SPD hätte lauten sollen: "Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit ... mit uns aber erst in vier Jahren ... vielleicht."

Die SPD konnte doch viele Erfolge mit der Großen Koalition erzielen, hat sich aber anscheinend nicht gut genug verkauft. Sie sollte nun nicht Frau Merkel dafür die Schuld geben, sondern an die eigene Nase fassen und auch mal über ihren allzu fragwürdigen Kanzlerkandidaten und den zu lange zu unkonkreten Wahlkampf kritisch nachdenken.