Leserbrief

Leserbrief Zur Müllkontrolle

Ehrenamtliche Abfallhelfer

Dieser Tage las ich zufällig das Gedicht „Herbst“ von Rainer Maria Rilke. Es gefiel mir, berührte mich. Nur eine Stelle machte mich stutzig, wo der Dichter sagt: „Die Blätter fallen, ... sie fallen mit verneinender Gebärde.“

Was bewegt die fallenden Blätter „nein“ zu sagen? – Für mich fand ich als eine Antwort, dass die Blätter nicht in der frostig-kalten Jahreszeit am Baum bleiben wollen.

Mit diesem Gedanken beschäftigt, kam ich an einem liegengebliebenen Gelbsack mit dem roten Zettel des Kontrolleurs vorbei. Die Nachbarsleute, noch etwas älter als ich, erlaubten mir, den rot bezettelten Sack mitzunehmen, ihn umzufüllen, um herauszufinden, was den Kontrolleur gestört haben könnte. Das Ergebnis werde ich mit den Nachbarn erörtern.

Und immer noch fallen die Blätter mit verneinender Gebärde: Ich bezweifle nämlich, dass die Rotzettelkontrollen des AWMT allein so erfolgreich sein werden wie vielleicht erhofft.

Die fallenden Blätter des Dichters raunen mir zwei Vorschläge ins Ohr: Vor Ort könnten – hier in Unterbalbach zum Beispiel vom Ortschaftsrat ernannt und von diesem also auch wieder absetzbar – ehrenamtliche „Abfallhelfer“ tätig werden, indem sie im „Rotzettelfall“ Hilfe anbieten ohne sich aufzudrängen.

Global sollte die Forschung endlich mal energisch vorangetrieben werden, preiswerte und mit dem Plastikmaterial vergleichbare „Verpackungskunststoffe“ zu entwickeln, die echt zu 100 Prozent verrottbar sind und dies genau so schnell wie das Laub der Bäume.