Leserbrief

Ein anderer Blick

Drei Leser sind einen ganzen Arbeitstag Gäste in der Redaktion. Sie erleben, wie aus Informationen schließlich Themen und nach vielen Vorbereitungen und Recherchen dann Artikel und Zeitungsseiten werden.

Es ist 17 Uhr. Elisabeth Stroh, Jochen Heil und Gerhard Kugler stehen im Newsroom des „Mannheimer Morgen“, dem redaktionellen Herzstück der Zeitung. Dort werden tagtäglich die Inhalte jeder Ausgabe besprochen und produziert. Es ist die Zeit der Blattabnahme: Mit Chefredakteur Dirk Lübke sowie seiner Stellvertreterin und Newsroom-Chefin Melanie Ahlemeier werden die fertigen Zeitungsseiten begutachtet, geprüft und bei Bedarf noch geändert.

Viele Überschriften, Texte und Texteinstiege kommen dabei erneut auf den Prüfstand, ebenso Bildmotive. „Der Besuch in der Redaktion war für mich interessant, informativ und abwechslungsreich. Alle Mitarbeiter erlebte ich als sehr engagiert und aufgeschlossen“, meint danach Elisabeth Stroh. „Mit dem von Ihnen vermittelten Hintergrundwissen werde ich die Zeitung zukünftig mit einem anderen Blick lesen“, hat die Ilvesheimerin viel von ihrem langen, ereignisreichen Tag beim „Mannheimer Morgen“ mitgenommen. Er endet mit einem abschließenden Gespräch mit Chefredakteur Lübke um 18.30 Uhr.

Start mit der Blattkritik

Die drei Besucher konnten sich genau anschauen, wie ihre Zeitung entsteht. Die Gäste, interessierte und kritische Leser, hatten sich mit Briefen oder E-Mails an die Chefredaktion gewandet. Auch deshalb wurden sie – wie zuvor andere Leser (siehe Beitrag unten „Bisherige Gäste“) – von Chefredakteur Lübke eingeladen, um direkt vor Ort einen Tag lang die Zeitungsmacher zu begleiten und sich dabei auch selbst einzubringen.

Der Besuch der drei kritischen Leser hat früh begonnen. Um 9.45 Uhr werden Elisabeth Stroh, Jochen Heil und Gerhard Kugler von Dirk Lübke begrüßt, anschließend begleitet er sie in den Newsroom. Jetzt können die drei Leser den Arbeitsalltag der Redakteure beobachten.

Nach Vorbesprechungen beginnt um 10.30 Uhr die erste Planungskonferenz des Tages mit der Blattkritik. Ein Redakteur macht auf die guten und weniger guten Dinge einer Zeitungsausgabe aufmerksam, weist auf Defizite hin und regt an, welche Themen weiter und eventuell größer begleitet werden müssen.

Danach beginnt die konkrete Vorbereitung: Stroh, Heil und Kugler erleben, wie die Redaktionen ihre Themen und deren Umsetzung für den kommenden Tag präsentieren. „Ein wahnsinniges Tempo, was sie dabei leisten“, findet Gerhard Kugler. Anschließend drehen die Leser eine Runde durch den Newsroom, verfolgen, wie erste Seiten entstehen und kommen mit den Redakteuren ins Gespräch. Auch mit Alexander Müller vom Sport, der erklärt, wie der Ablauf beim Seitenmachen ist.

Am Nachmittag folgt ein Abstecher in die Online-Redaktion. Online-Chef Matthias Schmeing erläutert den Besuchern, wie die digitale Welt des „Mannheimer Morgen“ funktioniert und wie die einzelnen Nachrichten über verschiedene Kanäle weiterverbreitet werden: Über den Online-Auftritt morgenweb.de, über Facebook, Twitter, den täglichen Whats-App-Newsletter und den Newsletter per E-Mail.

Ganz aufmerksam ist Jochen Heil dabei: „Ich finde besonders interessant, wie der Ablauf im Umgang mit den Sozialen Netzwerken ist, und wie die Veröffentlichungen der Benutzer von der Redaktion kontrolliert werden.“ Angetan ist er von der Archivfunktion im morgenweb: „Die nutze ich besonders gern.“

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