Leserbrief

Ein Leben weniger Wert als eine Fahrkarte?

Zum Artikel „Übergriffe auf Mitarbeiter nehmen zu“ vom 15. März:

Als Fahrgast auf Dienstreisen kann ich „Dienstpersonal in Doppelstreife“ nicht immer bestätigen, dafür jedoch hin und wieder Situationen, die mich zur Überzeugung gebracht haben, dass Kontrolleure der Deutschen Bahn, aber auch im Busverkehr, einer gefährlichen Arbeit nachgehen. Auf Nachfrage, ob es denn schon einmal eine schwierige Situation gegeben habe, die auch anders hätte ausgehen können, wurde meine geäußerte Befürchtung bestätigt: Ein Kollege hatte tatsächlich einmal ein Messer in den Bauch gerammt bekommen. Das Leben eines Kontrolleurs scheint für manche Menschen weniger wert zu sein als eine Fahrkarte.

Als ich mich nach Sicherheitsvorkehrungen erkundigte, stellte sich heraus, dass nichts Hilfreiches vorhanden ist. Wenn das Personal schon nicht aufgestockt werden kann, was wünschenswert wäre – besonders in Nachtzügen – dann könnte zumindest in Technik investiert werden. Gleiches gilt für den Schutz von Polizisten, die weniger Todesfälle oder Verletzungen zu beklagen hätten, wenn sie besser ausgestattet wären.

Kontrolleure schützen

Die USA allein bietet einen großen Markt an Sicherheitstechnik, das Angebot ist vorhanden. Sogar ältere Menschen können ein Armband mit Notruf-Knopf-Funktion erwerben – falls sie stürzen und am Boden liegen, ist dies lebensrettend. Die Kontrolleure haben kein solches Armband, das Kollegen alarmieren und anzeigen könnte, in welchem Abteil er/sie sich gerade befindet, um schnell zu Hilfe eilen zu können. Sie haben keine Bodykamera und keine Ausbildung, wie Polizisten sie haben. Die Deutsche Bahn, Verkehrs- und Innenminister müssen hierfür eine Lösung finden, am technischen Angebot liegt es nicht. Die Sicherheit der Fahrgäste oder der Bevölkerung kann nur gewährleistet werden, wenn die Sicherheit der Kontrolleure und Polizisten gewährleistet ist.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2IDAzQb