Leserbrief

Zum Thema Bundesgartenschau

Ein Schrott-Beauftragter

Es gab mal eine Stadt, die sehr viele ehemalige Militärflächen zur Verfügung hatte. Da natürlich alle gerne von diesen Grundstücken profitiert hätten, schuf die Stadt die Stelle eines Beauftragten für Konversion. Dieser war so eine Art Immobilien-Vermittler, der die z.T. wertvollen Grundstücke an den Mann / die Frau bringen sollte.

Doch dann tauchte quasi über Nacht die Idee auf, man könnte auf einem Teil dieser Militärflächen eine Bundesgartenschau (Buga) veranstalten. Um dieses Gelände später noch besser vermarkten zu können, sollte noch ein Landschaftsschutzgebiet dazu genommen werden. Da konvertierte der Beauftragte für Konversion plötzlich zum Buga-Beauftragten. Seine Lotsen unterstützten ihn unermüdlich dabei, den einfachen Bürgern klar zu machen, dass die Idee dazu ja eigentlich von ihnen selbst gekommen wäre, und dass die hoch verschuldete Stadt ganz wie im Märchen durch die Buga zu neuem Reichtum kommen würde. So weit, so schlimm.

Doch dann geschah das Unfassbare: Der bereits erwähnte Beauftragte mutierte ein weiteres Mal! Nun erklärte er plötzlich, dass nur noch das oben erwähnte Landschaftsschutzgebiet von Bedeutung sei und die anderen (einstmals für wertvoll erachteten) Militärflächen nur noch Schrott wären. Nur zur Erinnerung: Es war doch ursprünglich mal die Aufgabe dieses Beauftragten gewesen, die Militärflächen einer Nutzung zuzuführen. Wird ihn die Stadt nun zum Schrott-Beauftragten machen?? Man darf gespannt sein, wie der Oberbürgermeister dieser Stadt diese neuerliche Konversion des Konversionsbeauftragten den Bürgern erklären wird!