Leserbrief

Zum Thema Kunsthallen-Neubau

Eine fehlende Dachstruktur

Unverbessert wirkt der vorgesehene Kunsthallen-Neubau bzw. Anbau mit seinem Flachdach wie ein eintöniger Monster-Kasten als absolut störender Fremdkörper in seiner sonst harmonisch schönen Umgebung. Frau Dr. Lorenz machte es sich zu einfach, als sie meinte, da die Außenmaße des Neubaus wie die des Rosengartens seien, wäre ein adäquates Pendant gegeben.

Auch nur eine gute Korrektur der Fassade nach allen Seiten - im offenen Brief der Mannheimer Architekten vom 17.12.12, von Herrn Gormsen (10. 1.13) und Architekt Plattner (15.3.13) stehen Anregungen dazu - brächte keine genügende Besserung. Nur ein frisches Zaumzeug macht aus einem Ackergaul kein Rennpferd.

Es stört hauptsächlich die fehlende Dachstruktur, für die sich z. B. die Besitzer des benachbarten "Maritim" mit Erfolg viel Mühe gegeben haben. Die Bedeutung des Dachs geht auch aus einer Episode hervor, als mir Frau Dr. Ryll vom Mannheimer Denkmalschutz stolz und freudig berichtete, wie die neuen~Ziegel auf dem Dach des Rosengartens so schön und angepasst angebracht wurden. Das Dach auf der Kunsthalle brauchte nicht hoch zu sein, nur gut integriert und im Winkel den Häusern der Umgebung angepasst, evtl. auch aus Kupfer.

Laut Modell ist im Flachdach eine Tageslichtbeleuchtung vorgesehen. Diese wäre auch möglich bei einer Dachkonstruktion jeweils nach außen mit Abfall nach innen als Lichthof. (So haben wir es z. B. auch, es geht also.) Sollten die Herren aus dem GMP-Architekturbüro nicht willens oder fähig sein, empfehle ich dringend, einen oder ein paar anerkannte Architekten aus Polen, wo man nach dem Krieg alte Städte hervorragend renoviert hat, zur Beratung, ggf. Mithilfe hinzuzuziehen.

Die Stadt hat im Auslobungstext für den Wettbewerb festgehalten "es sollte konzeptionell eine Antwort auf die Umgebungsbebauung, gerade auch im Hinblick auf ihre Materialität (roter Sandstein), formuliert wer den. Dies ist bisher keineswegs erreicht, und ich wundere mich, dass es bisher weder vom hiesigen, noch vom Karlsruher Denkmalschutz Einsprüche oder gar ein Veto gab, wo doch sonst bis zu Kleinigkeiten alles genau vorgeschrieben wird.

Bis jetzt ging es nur um das Äußere. Ich muss aber noch die Wichtigkeit der inneren Ausstattung, besonders der Klimatisierung, erwähnen unter Hinweis auf die Notiz im "MM", wonach . dem renommierten Hamburger Architekturbüro GMP (im Rahmen der Misere des Berliner Flughafenbaus) gekündigt wurde wegen "unnötig komplexen Konzepts bei der Sicherheits- und Haustechnik", das sich in der Praxis als nicht beherrschbar erwiesen habe. Da kann man nur viel Glück und Erfolg wünschen, außerdem eine gute Bauaufsicht.