Leserbrief

Zum Thema Buga

Eine Fehlinvestition

Die Bundesgartenschau ist ein Publikumsmagnet, nächster Gastgeber wird .....sein. Aber die Veranstaltungen sind ein gigantisches Zuschussgeschäft und kosten den Steuerzahler Millionen Euro. Der größte Gewinner ist jedes Mal die Gartenbaulobby." Zitat aus Spiegel Online 19.04.2010. Diese Erkenntnis war damals schon nicht neu. Es ist längst auch in Mannheim an der Zeit Ross und Reiter zu nennen. Die vielgerühmte Bundesgartenschau hat mit dem Bund recht wenig zu tun, sondern ist in erster Linie eine großangelegte Akquise einiger großer Garten- und Landschaftsbauunternehmen um sich alle zwei Jahre lukrative Aufträge sichern. Natürlich profitieren am Rande auch örtliche Unternehmen. Aber den eigentlichen Aufwand und die Folgekosten dieser Auftragsbeschaffung tragen die Bürger und Steuerzahler der jeweiligen veranstaltenden Gemeinde. Darin hat Mannheim Erfahrung. An der Nachhaltigkeit dieser Investition aus den 70er Jahren haben die Mannheimer heute noch zu beißen. Brückenruinen, aufwendige und kaum genutzte gigantische Fahrradüberwege, einsturzreife Hallen, verrottende Freilichttheater und Stadien sprechen eine eindeutige Sprache. Es gehört Chuzpe dazu, angesichts dieser unerledigten Erhaltungsaufgaben den Bürgern die Wiederholung gleicher Fehlinvestitionen zuzumuten. Natürlich gibt es immer prominente Befürworter, so wie es auch Profiteure gibt. Wenn diese einen solchen Event haben wollen, sollen sie ihn auch bezahlen, und zwar auf Dauer. Das Ganze der Stadt zu schenken sobald die Reparaturkosten oder der Abriss anfallen? Geschenkt ?! Der Magistrat hat, gemäß seiner Verpflichtung, diese Stadt nach besten Kräften zu verwalten, in Stand zu halten und vor Schaden zu bewahren. Seine Aufgabe ist die rechtschaffene Verwaltung und nicht das Event-Mangement. Mannheim KANN und MUSS es sich leisten auf dieses "Angebot" zu noch höherer Verschuldung und neuer Veranstaltungsruinen zu verzichten.