Leserbrief

Eltern sind Experten ihrer Kinder

Zum Artikel "Ruhe und Verlässlichkeit" in den Schulen" vom 5. Juli:

Der Artikel gibt gut wieder, dass die Ministerin in bestimmten Bereichen unabrückbare Ansichten hat. Sie wirft immer "kostenneutrale Maßnahmen" in den Raum, die in den Augen der Eltern wenig durchdacht sind. Dieses Mal war es die Rechtschreibung ab Klasse 1, die korrigiert werden soll. Hier Kindern frühzeitig den Spaß am Schreiben zu nehmen und für pauschale Maßnahmen zu plädieren, statt individuell zu schauen, auf welchem Stand Kinder sind, ist nicht nachvollziehbar.

Keine pauschalen Aussagen

So wie Kinder zu unterschiedlichen Zeiten Laufen lernen, lernen sie auch zu unterschiedlichen Zeiten Lesen und Schreiben. Hier muss individuell auf die Kinder eingegangen werden. Dazu brauchen die Lehrkräfte entsprechende Rahmenbedingungen und Unterstützung und keine pauschalen Aussagen. Die Ansichten der Ministerin waren erschreckend. Gerne möchte sie Kinder in Kategorien einteilen und in die entsprechenden Schubladen stecken. Kinder aussortieren, die vermeintlich falsch einsortiert sind. Und das, obwohl Studien zeigen, dass die Einsortiererei und damit Zementierung von Bildungswegen häufig falsch ist.

Mehr Geld für Bildung

Das ist nicht der Weg, den Eltern wollen. Die Eltern sind immer noch die Experten ihrer Kinder und wünschen sich, wie es im Schulgesetz festgeschrieben ist, eine echte Erziehungspartnerschaft mit den pädagogischen Akteuren vor Ort zum Wohle ihrer Kinder und keine Bevormundung. Wünschenswert wäre es, wenn die Ministerin sich darauf konzentrieren würde, im Finanzministerium mehr Geld für die Bildung und im Wissenschaftsministerium mehr Studienplätze für angehende Lehrkräfte durchzusetzen. Es werden in den nächsten Jahren mehr Lehrer denn je in Rente gehen und somit mehr Deputate unbesetzt sein denn je! (Matthias Mackert, Vorsitzender des Gesamtelternbeirates der Stadt Mannheim)