Leserbrief

Endlich bei den Guten

Zum Artikel „Freie Fahrt für ein paar Stunden“ vom 29. Juni:

Der Samstag, 27. Juni, hatte für mich wahrlich etwas Gutes: Ich habe gelernt! Stand ich bisher dem Zeitgeist, das heißt, dem politischen Willen unserer grün-linken Verwaltungsspitze, eher kritisch gegenüber, so hatte ich im endlosen Stau am Kaiserring in meinem umweltschädlichen Hassobjekt, sprich Pkw, eine plötzliche Idee: Ich werde mir kein neues Auto kaufen. Die zigtausend Euro an Mehrwertsteuer wird der Staat nicht einnehmen und die drastisch erhöhte Kfz-Steuer auf meine Höllenmaschine fällt dann auch flach. Ich werde mir ein Lastenfahrrad kaufen und mir von unserem Oberbürgermeister Kurz persönlich 1000 Euro Prämie in die Hand drücken lassen. Das wird für mich die ultimative Win-win-Situation: Ich spare nicht nur viel Geld, sondern was noch viel, viel wichtiger ist: Endlich gehöre ich auch zu den Guten! Ich werde mit diesem Teil lässig durch die Quadrate cruisen und mich fragen, ob ich nicht jahrelang die falsche Partei gewählt habe. Bevor jetzt die Fans des ADFC und „MM“-Redakteur Langscheid in allzulauten Jubel ausbrechen: Die Nummer mit der Waschmaschine auf dem Cargo-Bike muss ich erst noch üben – will sagen, meine nächste Waschmaschine wird wahrscheinlich mit einem Lkw angeliefert, der dann auch noch in zweier Reihe parken muss. Joachim König, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2ZqdnhM