Leserbrief

Zum Thema Klinikum / Artikel vom 25. Oktober

Ernste Angelegenheit

Ob es in der Biografie von Prof. Bicker Lücken gibt, ist für seine derzeitige Tätigkeit nicht erheblich. Auf diese Art zu versuchen, einen Menschen zu verunglimpfen, ist ein einmaliger Vorgang und gehört nicht in eine seriöse Tageszeitung.

Wenn der "Mannheimer Morgen" Argumente hat, die Prof. Bicker vorzuwerfen sind, dann sollte er sie benennen. Aber in einer für die Patienten des Klinikums sehr ernsten Angelegenheit mit diesem Artikel Partei einer - wie der MM schreibt - Intrige zu werden, ist inkorrekt und hilft auch der Seite nicht, die der MM so offen und kritiklos unterstützt.

Auch der Artikel 'Wer zieht die Strippen...' bedarf einiger Klarstellungen: Das Klinikum besitzt nach Spiegel online vom 22. November offenbar ein Compliance-Programm, das idealerweise und wie in vielen deutschen Unternehmen üblich, Mitarbeiter anhält, im Notfall auch anonym beobachtete Missstände zu melden. Die Anonymität soll sie dabei vor Nachteilen durch Vorgesetzte schützen.

Das Wohl der Patienten

Und im Rahmen dieses Programms sind nicht erst 2013, sondern bereits 2012 insbesondere Hygienemängel gemeldet worden. Hier kommen wir zu dem Punkt, der mich bewegt, diesen Leserbrief zu schreiben: Der lokalen Tageszeitung hat zuallererst das Wohl der Kranken in einem Krankenhaus am Herzen zu liegen. Dass diese Hygienemängel als sehr ernsthaft betrachtet werden, zeigen die Ermittlungen - nicht die Verurteilung - der Staatsanwaltschaft sowie offenbar anhängige oder drohende rechtliche Auseinandersetzungen. Und dass - der Fall wurde ja vom Mannheimer Morgen berichtet - zwei junge Menschen nach ihrer Operation Infektionen erlitten haben, muss nicht nur Gegenstand menschlicher Anteilnahme, sondern die Basis eines MM-Artikels sein, der Aufklärung über eventuelle Probleme am Klinikum verlangt.