Leserbrief

Ersatz für die echten Religionen

Zum Debattenbeitrag „Ist Essen der neue Religionsersatz, Frau Burger?“ vom 11. Mai:

Wer nicht mehr an Gott glaubt, sucht sich Götter. Je mehr sich Menschen von Gott entfernen, desto größer wird das Vakuum, die Leere, in ihm. Dann müssen Ersatzreligionen her, um Inneres auszufüllen. Als Jesus der Frau am Jakobsbrunnen gegenüberstand, sprach er zu ihr: Wenn du Wasser aus diesem Brunnen weiter schöpfst und trinkst, wird es dir immer wieder neuen Durst erzeugen. Wenn du jedoch von dem Wasser trinkst, das ich dir anbiete, wird es dich nimmermehr dürsten.

Gemeint ist damit das Lebenswasser, das Jesus allen Menschen anbietet. Ein Wasser, das unseren inneren Mangel stillen will und kann. Je weiter Gott dem Menschen entfernt ist, umso naheliegender der Griff nach jedem sich bietenden Strohhalm. Dann die Gefahr, sich von jedem neumodischen Wind umher wehen zu lassen, wie ein Blatt im Wind. Nicht das Extrem, vielmehr die Vielfalt ist es, was den Menschen im Gleichgewicht lässt.

Wenn ich in dieser Anspannung lebe, ja nichts Falsches zu mir zu nehmen, erzeugt das unweigerlich Ängste in mir, wo Ärzte und Psychologen die Hebel ansetzen müssen, um mich wieder in Balance zu bringen. Daher kann ich dem Gastbeitrag von Kathrin Burger in vollem Umfang zustimmen. Von Rolf Engert, Edingen

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2HI4iYL