Leserbrief

Hier hat der Leser das Wort Zu „Rechtsempfinden trifft auf Rechtsstaat“ (FN, 17. August)

„Es braucht das Recht und den Rechtsstaat“

Wer hat Recht? Die Empörung über das Sichhinwegsetzen des Rechtsstaates ist groß.

Ja, was wäre los, wenn jeder das machen wollte, was er will?!

Es braucht das Recht, und es braucht den Rechtsstaat!

Wie aber ist es mit dem Rechtsempfinden des Bürgers? Darf man Beides gegeneinander ausspielen? Und findet so etwas nicht schon lange statt?

Ein Polizeipräsident wird verurteilt, weil er das Leben eines Jungen retten will. Er hatte den Täter nur unter Druck gesetzt, weil er fest davon überzeugt war, das Leben eines Jungen zu retten.

Die „Vernichtung“ menschlichen Lebens ist verboten; dennoch finanziert der Rechtsstaat das Töten beziehungsweise das Nichtlebenlassen von täglich bis zu 300 Ungeborenen. Bei diesen beiden Wirklichkeiten kommt nicht nur bei mir das Rechtsempfinden zum Tragen.

Im Fall von Frankfurt stellt sich die Frage: Ist die Einhaltung des Rechtes wichtiger als im Extremfall die Rettung eines Lebens?

Zum Thema des Ungeborenen stellt sich die Frage: Hat der Rechtsstaat das Recht, sich über das Leben zu stellen? Und ist es nicht äußerst unglaubwürdig, wenn er die Abtreibung verbietet, aber gleichzeitig die Abtreibung von der Allgemeinheit finanzieren lässt?

Sowohl das Recht hat seine Berechtigung wie das Rechtsempfinden des gesunden Menschenverstand. Das gegeneinander auszuspielen, ist gefährlich!