Leserbrief

Es gab auch eine Zeit ohne Laubbläser

Zum Artikel „Vorstoß gegen Laubbläser“ vom 25. August:

In dem Artikel von Thorsten Langscheid zeichnet sich leider eine zeitübliche „alternativlose“ Reaktion sowohl der hiesigen wie umliegenden Kommunen ab. Wenn ein bestehendes Problem angesprochen wird, wird zunächst der Feinstaub weggeleugnet, der unnötige Lärm, den es verursacht gleichermaßen, (bin selbst als chronischer Allergiker mit einer lebensgefährlichen Allergie von dem Umherwirbeln bei der Aktivierung der Laubbläser davon betroffen) um Reaktionen wie von Frau Cademori kleinzureden, über Feinstaubbelastung sei nichts bekannt.

Selbst wenn ein Modellbeispiel wie Graz benannt wird, lügt man sich die Taschen voll. Eins ist gewiss, es gab auch eine Zeit ohne Laubbläser, in der wir alle glücklich lebten. Wie sagte noch der „graue Herr“ zu „Momo“, „die Puppe musst du haben“, dies nur als Denkanstoß.

Wenn die Mannheimer SPD die Abschaffung der Laubblasgeräte will, müsste die Stadt Mannheim mindestens 30 neue Mitarbeiter für die öffentlichen Grünanlagen und Plätze einstellen. Das Kehren mit Laubbesen wäre mit großem Zeitaufwand verbunden. Die Arbeit für die Mitarbeiter wäre auch viel schwerer.

Zurzeit kommt die Stadt Mannheim sowieso nicht mit der Säuberung der öffentlichen Grünanlagen und Plätze nach. Die Motorlaubblasgeräte sind übrigens nicht den ganzen Tag und nur im Winterhalbjahr im Einsatz. Für Hauseigentümer oder Wohnungsinhaber würde das Säubern wegen des höheren Zeitaufwands auch viel teuer werden.

Kehren dauert viel länger

Im Artikel wird auch auf die bessere Luft hingewiesen, weil durch die Laubbläser Feinstaub, Schimmelpilze und pulverisierter Hundekot aufgewirbelt würden. Im krassen Gegensatz steht dazu aber die Fällung von über 500 alten Bäumen wie zum Beispiel in der Innenstadt, der Offizierssiedlung oder dem Glückstein-Quartier. Die Bäume produzieren schließlich Sauerstoff. Hierzu hört man von der SPD nichts.

Ist das nur ein Ablenkungsmanöver? Weil Sie das Fällen mitbestimmt haben! Auf jeden Fall sollte man überprüfen, was günstiger und besser für unsere Stadt ist und nicht alles gleich verbieten wollen! Aber ohne Laubblasgeräte geht es heutzutage nicht mehr. Zudem zweifle ich die Kostenneutralität am Beispiel der Stadt Graz an. Im Artikel „Feinstaub II“ vom gleichen Tag wird darauf hingewiesen, dass das Kehren mit Besen zwei- bis viermal so lange dauert, wie mit Laubblasgeräten. Waren die Mitarbeiter der Stadt Graz zuvor nicht ausgelastet?

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2Pyoxu8