Leserbrief

Es gibt bessere Wege zum Ziel

Zum Artikel „Wo sollen die Gärtner parken?“ vom 20. Mai:

Der BUND hat durch seinen Minimalerfolg hinsichtlich der Verlegung der Kleingärten in der Au offensichtlich Blut geleckt und die Grünen suchen natürlich in Zeiten von Corona, in denen die Bedeutung der Partei deutlich reduziert wurde, nach Möglichkeiten der Profilierung. Und der „MM“ bietet selbstverständlich das Podium mit einem ausführlichen Bericht plus Kommentar in der Samstagsausgabe.

Damit kein falscher Verdacht entsteht: Ich bin weder Kleingärtner noch ein politisch ambitionierter Mensch. Als ich den Artikel gelesen habe, habe ich mich spontan gefragt, ob wir derzeit keine anderen Sorgen haben, als einen Sachverhalt zu problematisieren, der nun anscheinend schon seit 50 Jahren keine Schlagzeile wert war.

Wie weltfremd ist das denn?

Der Vorsitzende des BUND, ein Herr Wolfgang Schuy, setzt sich geschickt ins Bild und informiert mit Allgemeinplätzen, wie „das Fahren mit Auto auf dem Radweg ist genauso wenig erlaubt wie das Parken auf dem Gehweg“ über angeblich gefährliche Begegnungen zwischen Fahrradfahrern und Pkw auf dem Rad-/Gehweg der Feudenheimer Straße in Fahrtrichtung Innenstadt. Und die Grünen bezeichnen das Unrechtsbewusstsein vieler Fahrer ebenso pauschal als mangelhaft.

Aber Herr Schuy hat natürlich auch Lösungsvorschläge, nämlich die rechte Fahrspur der betreffenden Straße zum Parken zu verwenden. Diesen Vorschlag empfindet er zwar selbst als „radikal“, aber, so Schuy, „damit würden die Lasten des Autoverkehrs dorthin verlagert, wo sie hingehören“. Der Vorschlag besagt also nichts anderes, als einspurig in Richtung Innenstadt! Wie weltfremd ist das denn?

Geringes Aufkommen

Ich denke, jeder einigermaßen „normal“ Denkende macht sich darauf seinen eigenen Reim. Vielleicht sollte man, wenn man tatsächlich, wie auch Herr Langscheid vom „MM“ der Auffassung ist, dass Wegschauen nun unmöglich ist, folgenden Vorschlag näher betrachten: Man könnte doch einfach den Fahrradweg in Richtung Innenstadt beseitigen und entlang der Straße Parkraum schaffen. Dann wären potenzielle Fußgänger in jedem Falle besser geschützt. Und die Fahrradfahrer fahren auf der anderen Straßenseite auf dem Fahrradweg in Richtung Klinikum, was übrigens bereits heute erlaubt ist und auch wahrgenommen wird.

Das Aufkommen an Fahrradfahrern ist auf der Feudenheimer Straße ebenso gering, wie das der Fußgänger. Es gibt sehr viel geeignetere Wege, die ein deutlich besseres Ambiente bieten und ebenso zum Ziel führen.

Bernhard Geukes, Mannheim

Zum Thema