Leserbrief

Etwas Singapur würde Mannheim guttun

Zum Artikel „Frisches Pflaster der Planken schon wieder fleckig“ vom 5. April:

Es ist wirklich schade, dass immer noch nicht öffentlich gemacht wird, wer in der Stadtverwaltung für solche Fehlentscheidungen verantwortlich ist. Es ist doch nicht zu glauben, dass schon wieder offensichtlich empfindliche Fliesen für einen stark frequentierten öffentlichen Bereich ausgewählt wurden.

Aber es sind ja nur unsere Steuergelder, die verschwendet werden, privat würde sich das kein normal denkender Mensch leisten. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass eben wieder Personen aus der Stadtverwaltung nicht die Notwendigkeit sehen, teuer erkauften Belag dann aber auch nachhaltig zu pflegen. Da soll dann gespart werden. Was soll’s, es ist ja nicht ihr Geld, wenn bald wieder saniert werden muss.

Aber nicht nur die, die dieses neuerliche Desaster „verbrochen“ haben, sind allein schuld am Missstand. Zuerst sollten sich mal alle die Bürger an die eigene Nase packen, die ohne Not in asozialer Weise Kaugummis ausspucken und Zigarettenstummel auf den Boden schnippen. Machen sie das auch im eigenen Wohnzimmer? Wenn alle diese Menschen sich auch nur halbwegs gemeinschaftsfähig benehmen könnten, müssten wir uns kaum aufregen. (Angela Wolf, Mannheim)

Jedes Mal, wenn ich aus einer anderen Stadt, ob größere oder kleinere oder aus dem Ausland, wieder nach Mannheim komme, fällt mir krass auf: Mannheim ist dreckig! Nicht nur in der Innenstadt, auch in den Vororten: achtlos weggeworfener Müll, unzählige Zigarettenkippen, Hundekot und vieles mehr. Beschämend! Eine Stadt ist das Spiegelbild seiner Bürger! Und genau da liegt das Problem, das angegangen werden muss, notfalls mit Strafen. (Cornelia Blume, Mannheim)

Wie man eine Stadt sauber hält, kann man im fernen Singapur lernen. Zugegeben, die Methoden sind drastisch, manchmal auch schmerzhaft, aber sehr wirkungsvoll. Wir haben uns vor rund drei Jahren eine neue Eigentumswohnung in den Quadraten gekauft. Auf der anderen Straßenseite stehen Glascontainer und da entsteht regelmäßig eine wilde Müllkippe – und zwar schon so lange wie wir hier wohnen. Es ist nicht erkennbar, dass die Stadt etwas gegen diese Sauerei unternimmt. Zwar wird das, was die Ratten übriggelassen haben, in regelmäßigen Abständen beseitigt, es wird aber nichts gegen die Verursacher unternommen. Etwas Singapur würde Mannheim guttun. (Karsten Krauss, Mannheim)

Mit mehr als nur Kopfschütteln habe ich in meinem „MM“ lesen müssen, dass sich Ihr Mitarbeiter Roger Scholl Sorgen macht über den zum Teil unsauberen Zustand der Neubepflasterung in den Planken. Man nehme sich doch ein Beispiel an der Mainmetropole Frankfurt, die sehr viel bewusster dieses Problem angeht. Nämlich einfach intensiver und aufwendiger reinigen. Okay, da kann man drüber reden. Das ist nur eine Frage des Geldes.

Jedoch ist für mich dieser Zeitungsartikel vollkommen deplatziert. Viel wichtiger wäre es, jeden Tag im „Mannheimer Morgen“ eine Sonderseite mit beschädigten Straßen herauszugeben. Das gilt vor allem für die Vororte. Zum Schutze aller Verkehrsteilnehmer! Siehe Berichterstattung des „MM“ über den miserablen Zustand des Speckweges. Siehe Berichterstattung des „MM“ vom 4. April „Slalomfahren in der Innenstadt“.

Mein Beitrag dazu: der Logauweg in Mannheim-Schönau. Drei Schlaglöcher mit inzwischen geschätzter 30 Zentimeter Tiefe sowie einem Durchmesser von 50 Zentimeter. Bestimmt kein Einzelfall. Vor rund drei Wochen beginnend auf die heutige Größe herangewachsen. Wer trägt hier die als grob fahrlässig einzustufende Verantwortung? (Roland Hohlberger, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2GQ82pC