Leserbrief

Fehlende Empathie

Zum Artikel „Stadion bald wieder offen?“ vom 5. Juni 2020:

Eine Funktion des Bürgermeisters ist die Führung der Verwaltung mit all ihren Mitarbeitern. Viel wichtiger sehe ich ihn aber als Gemeinde-Oberhaupt und damit den Vertreter aller Bürger dieser Stadt. Hier in Ladenburg haben wir das große Glück, eine Sportanlage zu besitzen, die mir durch ihre Lage mit Blick auf die Bergstraße und mit ihrer Weitläufigkeit bei meinem persönlichen Training das Quälen versüßt. Das Land Baden-Württemberg hat mit seiner Verordnung jedem die Möglichkeit gegeben, seine persönlichen sportlichen Aktivitäten im Freien wieder zu genießen. Jede verordnete Regel (Meldepflicht, Desinfektion, Kontakteinschränkungen usw.) könnte ich pflichtbewusst einhalten.

Wieso jetzt die Verwaltung von ihrem „Hausrecht“ gebraucht gemacht hat, kann ich nicht nachvollziehen, muss es aber akzeptieren. Jetzt wo viele Kinder und Jugendliche in den Vereinen das Glück hatten, ihre lange unsportliche Leidenszeit kürzlich zu beenden, kam die Stadtverwaltung und sprach von Planungen, die vor der Corona-Zeit getätigt wurden und schloss das Stadion. Wie lange war das Stadion jetzt geschlossen? Wieso hat man die Wartung nicht vorgezogen? Wieso lässt man die sanitären Anlagen nicht einfach zu?

Es ist für mich ein Hohn, dass der Bürgermeister von aggressivem Verhalten gegenüber seinen Mitarbeitern spricht und das Unverständnis seiner Mitbürger damit abkanzelt. Wollen wir mal sehen, wie die Stadt über die Öffnung des Schwimmbads abstimmt. Oder wartet man wieder, wie die großen Städte im direkten Umfeld (Mannheim, Heidelberg) entscheiden, um nicht aus der Reihe zu tanzen, um selbstständige und individuelle Entscheidungen für die Bürger dieser Stadt nicht regulieren zu müssen?

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