Leserbrief

Fischen in der rechten „Jauchegrube“

Zum Artikel „Asylfrage wird zur Zerreißprobe“ vom 13. Juni:

Rechtzeitig vor den bayrischen Landtagswahlen fischen Seehofer und seine Mannen von der Christlich sozialen Union (CSU) in der weit rechts angelegten Jauchegrube „Obergrenze“. Während die Wirtschaft nach Nachwuchskräften schreit, sollen Einwanderer jeglicher Art an der Grenze schon abgewiesen werden.

Insbesondere Asylsuchende, also Menschen die vor Krieg und Verfolgung oder vielleicht „nur“ aus Hunger ihre Heimat verlassen, eine lebensgefährliche Reise auf sich nehmen, in der Hoffnung der „Heimatminister“ würde ihnen Heimat und weiterleben gewähren. Mit einer internen Kampfabstimmung wollen sich die Partei-Christen von CSU und CDU da über unser Grundgesetz (GG) hinweg setzen. Was für eine krankhafte Selbstüberschätzung und Ignoranz von geradezu „Trump‘scher“ Qualität.

In der Bibel lesen

Die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes haben das Asylrecht deswegen ins GG geschrieben, weil allzu vielen Nazigegnern wegen geschlossenen Grenzen die lebensrettende Flucht misslang. Ein Beispiel: Der damals weltberühmte Tenor Joseph Schmitt (jüdischen Glaubens) wurde erst nicht in die Schweiz gelassen und ist dort letztendlich elendig gestorben, weil er nicht einmal im Opern-Chor singen durfte.

Um die harten Herzen der verantwortlichen Parteichristen etwas zu erweichen wünsche ich ihnen nur eine einzige Stunde in der Situation eines Flüchtlings sein zu müssen. Wer dann immer noch die GG-widrige „Kampfabstimmung“ möchte, der sollte unter einem Kreuz (wie jetzt in bayerischen Behörden aufgehängt) aus der Bibel Matthäus Kapitel 25, Vers 40 folgende lesen. Es heißt da: „Wer den geringsten meiner Brüder bedrückt, schmäht dessen Schöpfer“!

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2tiUq1d