Leserbrief

Flucht wegen wirtschaftlicher Instabilität

Zum Kommentar „Bankrotterklärung“ vom 29. April:

Um die von Martin Geiger befürchtete Bankrotterklärung der Flüchtlingspolitik anhaltend zu vermeiden, bedarf es zwingend der objektiven Bewertung der unterschiedlichen Fluchtursachen. Unstrittig ist und bleibt das Asylrecht für politisch Verfolgte. Dieser Anspruch lässt sich jedoch nicht auch auf Kriegsflüchtlinge übertragen. Diesen Menschen muss allerdings bis auf Weiteres, das heißt bis zum Ende der militärischen Kriegshandlungen, der Aufenthalt gewährt bleiben.

Inzwischen fliehen aber auch immer mehr Menschen aus den sogenannten Krisenländern aufgrund der dort bestehenden wirtschaftlichen Instabilität. In diesen Fällen besteht Handlungsbedarf, die gesicherte und kurzfristige Rückkehr dieser Flüchtlinge in ihre Heimatländer zu ermöglichen. Solange sich die Lebensbedingungen für die Menschen aus diesen Herkunftsländern weiterhin nicht verbessern, wird der Zulauf von Flüchtenden nach Europa nicht enden. Alle europäischen Regierungen sind somit herausgefordert, die wirtschaftspolitischen Voraussetzungen mit den betreffenden Staaten unverzüglich, nachhaltig und uneigennützig umzusetzen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2W93ANC