Leserbrief

Fragwürdige Projekte

Zum Artikel „Weg frei für grünes Gewerbegebiet“ vom 17. Januar:

„Gemeinsam für bezahlbare Wohnungen“: So heißt der Titel einer Einladung der SPD-Gemeinderatsfraktion zu einer Diskussion über die kommunale Wohnungspolitik. Auch alle anderen Parteien verkünden, dass Mannheim bezahlbaren Wohnraum benötigt.

Und dann werden 470 Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern auf dem Franklin-Gelände abgerissen, um eine „Art grünes Gewerbegebiet“ zu errichten! Wohnungen, die für die Flüchtlinge 2015 mit neuen Sanitäranlagen, elektrischen Leitungen und Feuerleitern ausgestattet wurden. Gerade weil immer mehr Menschen Schwierigkeiten haben, eine Mietwohnung zu finanzieren, müssen die wohnungspolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre neu überprüft werden.

Erhalten statt vernichten

Heute würde der Gemeinderat nicht mehr beschließen, hunderte Wohnungen abzureißen. Diese Fehlentscheidung muss beseitigt werden, auch wenn Firmen wie Segmüller und Bauhaus ihre Pläne ändern müssen. Auch einen „Grünhof“ (das heißt Betriebshof) in ein Wohnviertel zu setzen und ein „grünes Gewerbegebiet“ anstelle von hunderten bezahlbaren Wohnungen anzulegen sind leere Worthülsen.

Das Wort GRÜN muss in Mannheim wirklich immer dann herhalten, wenn städtebaulich fragwürdige Pläne umgesetzt werden sollen. Die Columbusstraße ist doch heute schon grün und soll nun zu großen Teilen mit großflächigem Einzelhandel und den entsprechenden Parkplätzen versiegelt werden. Das können auch keine kleinen Grünflächen und Tischtennisplatten kaschieren.

Wenn der Gemeinderat wirklich bezahlbaren Wohnraum in Mannheim schaffen will, muss er versuchen, möglichst viele der gut erhaltenen Gebäude zu erhalten, anstatt sie mit fragwürdigen Projekten zu vernichten.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2S39ihW