Leserbrief

Frischluftschneise wird ausgebremst

Zum Artikel „Stadträte loben ,gelungenen Ausgleich’“ vom 25. März:

Eine räumliche Erweiterung der Universität Mannheim ist dringend erforderlich. Der Gemeinderat hat nun entschieden, drei fünfstöckige Gebäude im Gelände des Friedrichsparkes zu errichten, um den Studenten kurze Wege von A nach B zu ermöglichen.

Erst einmal eine gute Idee, aber wurde auch bedacht, welche Folgen diese Bebauung für die Innenstadt haben wird? Die Frischluftschneise vom Westen über den Rhein wird für die Innenstadt ausgebremst. Die Temperaturen werden im Sommer weiter steigen, so dass die Lebensqualität der Bewohner dort stark belastet sein wird. Von daher plädiere ich nach wie vor dafür, einen anderen Standort für die Erweiterung der Universitätsgebäude in Betracht zu ziehen.

Es wäre sinnvoll darüber nachzudenken, das Finanzamt von L 3 in das Glückstein-Quartier zu verlegen. Dort entstehen derzeit viele neue Gebäude, in denen die Stadt das Finanzamt integrieren könnte. Der neue Standort wäre zudem gut fußläufig vom Hauptbahnhof und Technischen Rathaus zu erreichen. Die Stadt Mannheim müsste es nur wollen!

Appell an Stadträte

Durch diese Maßnahme hätte die Uni ein ganzes Quadrat unmittelbar in ihrer Nähe zu Verfügung. Und die Frischluftzufuhr für die Innenstadt wäre somit auch gesichert. Des Weiteren würden auch die sauerstoffspendenden Bäume erhalten bleiben. Als Gärtnermeister und Umweltaktivist weiß ich aus langjähriger Erfahrung, wie notwendig die Freiflächen für die Bewohner der Innenstadt sind, die in einer dichten Stadtbebauung leben. Ich appelliere an alle Stadträte, bitte überlegen Sie es sich noch einmal. Die ganze Welt kämpft gegen die Erderwärmung, aber in Mannheim werden massiv Grünflächen zugebaut. Damit erreicht man nur das Gegenteil.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3bpYS2j