Leserbrief

Für ein paar Silberlinge verkauft

Zum Artikel „Windenergie trotz Artenschutz“ vom 16. Mai:

Der Artenschutz soll nun zugunsten eines weiteren Ausbaues der Windräder zurückgestellt werden. Nicht anders ist es zu verstehen, wenn Artenschutz und erneuerbare Energien in Einklang zu bringen sind. Wer hier künftig Vorrang hat, ist offensichtlich: nicht die Insekten, nicht die Bäume, nicht die Tiere.

Aber es gibt offenbar gute Bäume, Insekten und Tiere. Die sind überall da, wo sie als Begründung zur Verhinderung von Projekten herhalten müssen, siehe Stuttgart 21 oder Hambacher Forst. Und dann gibt es jetzt böse Bäume, Insekten und Tiere. Die sind überall da, wo Platz für Windräder gemacht werden muss. Diesen Lebensraum zu vernichten ist dann ein Kollateralschaden zum Wohle der Windkraft.

Fläche fällt weg

Jedes Windrad benötigt im Mittel 5000 Quadratmeter Fläche, die dauerhaft nicht mehr zur Verfügung steht. Und die Krone gebührt Herrn Altmaier, der künftig Kommunen, welche eine Unterschreitung der Mindestabstände zur Wohnbebauung für Windräder genehmigen, finanzielle Vorteile und Zahlungen in Aussicht stellt. Dies ist auf gut deutsch Bestechung. Für ein paar Silberlinge soll die Lebensqualität, Gesundheit und Wohlbefinden der Bürger verkauft werden.

Und in Anbetracht der klammen Kassen auch wegen Corona wird die eine oder andere Kommune schon versucht sein, hier kurzfristig einen finanziellen Zuschuss zu bekommen. Politik zum Wohle der Bürger und des Landes sieht anders aus. Rainer Tiede, Biblis

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3d5zBem