Leserbrief

Zum Thema Straße durch die Au / Artikel vom 14. Juni

Für Erhalt der Gärten

Archivartikel

Es dürfte verständlich und nachvollziehbar sein, dass die geplante Verlegung der Straße am Aubuckel entlang der Riedbahntrasse nicht für jeden Bürger sinnvoll und notwendig erscheint. Als Vorsitzende des Kleingartenvereins "Wilde Au" sehe ich mich hier in der Pflicht, für meine Mitglieder mit den wenigen mir zu Verfügung stehenden Mitteln für die Erhaltung Ihrer Gärten einzutreten.

Durch die Verlegung der Straße gehen jedoch nicht nur 60 Gärten verloren, es werden auch Existenzen, wie die der Wirtsleute des Lokals im Nachbarverein und der Schützenverein in Mitleidenschaft gezogen. Der MM berichtete darüber. In jeder Gartenschau stellen die Kleingärten einen wesentlichen Bestandteil des Gesamtkonzeptes dar, da erwiesen ist, dass in einer Stadt viele kleine "Grüninseln" ökologisch von größerem Nutzen sind als wenige große Parkanlagen.

Das wachsende Umweltbewusstsein der Kleingärtner umfasst immer mehr Aspekte, so achten die Gärtner bei der Gestaltung Ihrer Gärten darauf, mit Obst- und Blütengehölzen, Rasen, Hecken und auch mit Blumen und Gemüsepflanzen eine Vielfalt an Lebensräumen für Insekten und Kleintiere zu schaffen. Gartenabfälle werden kompostiert und gelangen so in den Stoffkreislauf zurück ohne energetische Belastung. Unsere Anlage besteht nicht aus "gezimmerten Bretterbuden" sondern hier stehen genormte Steinhäuschen in einer von den Mitgliedern liebevoll gepflegte Grünanlage die sich zweifelsfrei sehr gut in die BUGA integrieren ließe.

Der naturbelassene Bahndamm bietet natürliche Nistplätze für Vögel und Unterschlupf für geschützte Eidechsen. In der "Werbebroschüre" der Stadt für die BUGA für den Bürgerentscheid am 22.09.2013, schreibt Herr Dr. Kurz: "Die Gartenanlagen in der Au bleiben erhalten und wirken an der Grüngestaltung 2023 mit. Die Au bleibt Landschaftsschutzgebiet." In einem Gespräch mit Herrn Dr. Kurz, das wir durch Zufall auf dem Parkplatz unserer Anlage am 12. Juli führen konnten, vermittelte OB Dr. Peter Kurz leider den Eindruck, dass er sich an diese Aussage nur schwer erinnern konnte. Es erhebt sich zwangsläufig die Frage, welchen Nutzen ein zehn Millionen Euro teures Objekt für eine 180 Tage dauernde Veranstaltung haben soll. Das Verkehrsaufkommen wird nicht weniger werden und die veranschlagten zehn Millionen dürften sich bis zur Fertigstellung wohl verdoppeln. Ein paar Feudenheimer Bürger und die geplanten Luxusbauten auf dem ehemaligen Militärgelände dürften wohl etwas weniger Lärm erhalten. Aber wir alle wissen, dass die deutschen Behörden, als die US-Armee noch hier stationiert war, keinen Zutritt zu etwaigen Kontrollen oder Messungen zur Belastung des Bodens hatten. Hier müssen wohl aufwendige Analysen und gegebenenfalls Abtragungen vorgenommen werden, um einigermaßen unbelastetes Wohnen zu ermöglichen.Es wirft ein denkbar schlechtes Bild auf unsere Stadtväter wenn sie ihre Bürger durch fehlerhafte Informationen und mangelhafte Terminplanung (siehe Bericht des MM vom 14.06.2014 "Neu-Vermessung im Grünzug") versucht zu täuschen.