Leserbrief

Fürs Volk oder die Versicherungen?

Zum Artikel „Versicherer starten Wettbewerb um neue Betriebsrente“ vom 12. März:

Nach wie vor werden wir durch die Doppelverbeitragung und steuerliche Belastung schlechter gestellt, als wenn wir uns selbst um die Ansparung gekümmert hätten. Selbst Einmalzahlungen werden plötzlich als betriebliche Monatsrente gesehen. Besser wäre es, wenn alle in das deutsche Rentensystem einzahlen würden und nicht privaten Versicherungen bei deren Verwaltungs- und Gewinnmaximierungen geholfen würde. Bereits seit 2004 fühlen sich unsere Parlamentarier offensichtlich verpflichtet, den privaten Versicherungen Geschäfte zu vermitteln, für die wir doppelt zu zahlen haben – den Arbeitgeberanteil sowie unseren Anteil zur Sozialversicherung und die Steuer. Ganz schlimm dabei war, dass rückwirkend in alte Verträge eingegriffen wurde.

Von Österreich lernen

Im Betrieb hatte ich früher gelernt, den Benchmark zu machen, das heißt, zu schauen: Wer macht es am besten, um sich daran zu orientieren und zu optimieren. Warum machen wir es nicht wie die Österreicher? Bereits Anfang der 1970er Jahre hatte Professor Heubeck, seinerzeit Mathematiker bei der Deutschen Rentenversicherung, auf die Probleme hingewiesen. All diese Jahrzehnte hat nichts stattgefunden, um den Bürgern Verbesserungen in der Rente zu bringen. Es wurde stattdessen begonnen: 1. Krankenversicherungsbeiträge zu erheben, 2. Steuer zu verlangen (massive Erhöhung des zu versteuernden Anteils von bis zu 100 Prozent), 3. das Rentenniveau abzusenken, 4. aus anderen ersparten Versicherungen den Arbeitgeberanteil für den Arbeitnehmer zu verlangen. Es ist ja so einfacher, dem Normalbürger das ersparte Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich scheue mich, die Altersversorgung beziehungsweise deren Entwicklung für unserer Politiker seit den 1970er Jahren mit heute zu vergleichen. Ich glaube, ich wäre entsetzt. Ach ja, ich vergaß: Es sind ja die Volksvertreter – oder doch Versicherungsvertreter?

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2FVfPlk