Leserbrief

Gedicht zum alten Jahr

Das Jahr, das just zu Ende geht,

war wieder für die Füße.

Die Menschheit wird mit Vollgas bleed, was ich nicht sehr begrüße.

Der Stumpfsinn wie die Unvernunft

gewinnen an Gelände

und finden weltweit Unterkunft. Noch nicht in Sicht: ein Ende.

Das geht schon seit Jahrzehnten so

und kennt wohl keine Fristen.

Nur manche sind darüber froh:

maligne Populisten.

Den dicksten Lügen wird geglaubt,

Gerüchte schlagen Fakten.

Selbst tiefste Schläge sind erlaubt,

nur Zahlen nicht, die nackten.

Die Ratio ist im Winterschlaf,

das Hirn bleibt auf der Strecke.

Der Bürger, früher eher brav,

macht and’re heut’ zur Schnecke.

„Gelobt“ sei hier das Internet,

ein Forum für Idioten.

Die Posts im Netz? Meist für’s Klosett! Und „haten“? Kaum verboten!

Substanz ist vielen völlig schnurz,

es herrscht Fäkalzynismus.

Drum fasse ich mich jetzt mal kurz,

sonst siegt der Fatalismus:

Ich wünsche für das neue Jahr

viel Glück der Mutter Erde

… und, weil’s so oft bescheiden war,

dass es bald besser werde!