Leserbrief

Gefährlicher Infraschall

Zum Artikel „Wo neue Windräder gebaut werden könnten“ vom 21.11.:

Zehn Mal die Nabenhöhe muss der Abstand eines Windrades sein. Warum? Es würde ein kleiner Blick ins Ausland genügen, um zumindest zum Nachdenken zu kommen. Dänemark war das führende Windkraftland, entsprechend der Lobby, ähnliche Abstände wie bei uns. Nach heftigen Protesten der Betroffenen stellte die dänische Regierung nun den weiteren Bau ein, bis eine Großuntersuchung das Thema Infraschall (nicht hörbare tiefe Schall-Druckwellen) ausreichend untersucht hat. In allen anderen Industrieländern gelten aus diesem Grund Abstände zwischen zwei und drei Kilometern.

Das baden-württembergische Forschungsinstitut LUBW lieferte der Kanzlerin die Grundlage zu der Behauptung, dass nach 700 Meter der Infraschall in die Umgebung übergeht. In der Sendung planet-E wurde in einem Film nachgewiesen, dass dieses Institut die ersten 20 Frequenzen, die man mit dem Gehör akustisch nicht wahrnimmt, einfach gemittelt hat und dadurch keine größeren Ausschläge sichtbar sind. Betrachtet man jedoch die einzelnen Frequenzen getrennt, erleben Sie solche Ausschläge, dass sie selbst noch in 20 Kilometer Entfernung messbar sind.

Stecker gezogen

Die Uni Mainz lieferte in einer Langzeitstudie Erkenntnisse, nachdem der Herzmuskel durch Infraschall geschwächt wird. Die Wissenschaftlerin Simone Kühn erforschte die Auswirkung von Infraschall auf das Gehirn. Infraschall aktiviert hauptsächlich Gehirnregionen, die für den Stressabbau verantwortlich sind. Zehn bis 30 Prozent der Menschen reagieren mit Schlaflosigkeit und anderen Symptomen. Außerdem müssen Sie sich dem Thema Versorgungssicherheit annehmen.

2018 kam es an 80 Tagen zu Stromknappheit. Das Stromnetz stand an diesen Tagen vor dem Zusammenbruch. Wenn der Wind nicht weht, fehlt schon so manches geschlossene Kohlekraftwerk und aus dem Ausland kam an diesen Tagen auch nichts. Wie wurde das Problem gelöst? Die Netzbetreiber zogen energieintensiven Firmen einfach ohne Vorwarnung den Stecker. Die blieben auf ihrer Produktion sitzen und schickten ihre Belegschaft nach Hause. Es gibt keine Großspeicher für zwei Wochen saisonale Wind- und Sonnenflaute.

Andreas Kostarellos, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/33f1BXq

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