Leserbrief

Gefühl wie auf einer Sprengmine

Zum Artikel „Gutachten entlastet Beschuldigte“ vom 6. September:

Ich wohne etwa 300 Meter Luftlinie von dem Ort entfernt, an dem am 23. Oktober 2014 die Gasexplosion passiert ist und habe den Unfall sozusagen hautnah miterlebt. Mich hat die Aussage in dem Artikel schockiert, dass das Gasrohr durch Korrosion so dünn gewesen sei, dass es nur noch von der Erde darüber zusammengehalten wurde. Wegen der Nähe zu der Gasleitung, die meines Wissens ja immer noch im Boden ist, bin ich besorgt, dass ein erneutes Unglück geschehen könnte. Wie ist denn jetzt der Zustand der Leitung im Bereich Oppau/Edigheim?

Beunruhigende Meldung

Was wurde getan, außer die Folgen der Katastrophe zu beseitigen? Was will man noch tun? Wer ist überhaupt der Verantwortliche, wer der richtige Ansprechpartner? Die BASF, die Stadt, der Betreiber der Gasleitung, dessen Namen ich nicht einmal kenne? Ich wohne seit 1974 in Ludwigshafen, seit 1983 ganz nahe an der Gasleitung, und ich habe mich in all den Jahren nie unsicher gefühlt, auch nicht nach diesem Unglück, weil ich immer angenommen habe, dass ein intaktes Rohr durch Fehlverhalten beschädigt wurde. Obwohl auch das, angesichts des Unglücks im Hafen, beunruhigend genug wäre. Aber diese Meldung in Ihrer Zeitung ist höchst beunruhigend. Ich komme mir vor, als ob ich auf einer Sprengmine sitze, deren Zünder nur durch die Erde daran gehindert wird, in Aktion zu treten.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2kGhVQJ