Leserbrief

Gesellschaft: Hauptsache bequem

Zum Artikel „Die Gärten Mannheims sollen ,grün statt grau’ werden“ vom 26. April:

Wer hat schon etwas gegen das Insektensterben? Die meisten hüpfen kreischend umher, wenn eine Biene landet oder eine Spinne vorbei krabbelt. Igitt – hau‘ drauf und Schluss! Ein farbenfroher Schmetterling wird gerade noch geduldet. Bienen, Wespen, Spinnen und Käfer sind gemeine und gefährliche Monster.

Zugegeben, so ein Bienenstich (das Tier, nicht der Kuchen) tut höllisch weh, für ein paar Minuten, aber man überlebt es. Die Biene nicht, denn ihr Stachel ist ihre letzte Verteidigung. Keine Ahnung, wo Frau Kubala wohnt – ich sehe nur Bäume und Hecken fallen, um Platz für Plastikzaun, Grill und Pool zu schaffen.

Klar, werden Bäume alt und müssen auch mal gefällt werden, aber Ersatz dafür wird so gut wie nie gepflanzt. Wer noch Bäume hat, erntet Beschwerden wegen fallendem Laub oder Tannennadeln, der kühle Schatten im heißen Sommer wird aber gerne genutzt. Hier zeigt sich wieder das alte beziehungsweise neue Problem der Gesellschaft: ich, ich, ich und Hauptsache bequem!

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2J0H0Qr