Leserbrief

Gottes Schöpfungsplan vergessen

Zum Artikel „Acht Millionen Babywünsche erfüllt“ vom 4. Juli:

Viele Paare greifen auf eine künstliche Befruchtung zurück, ohne jedoch die Hintergründe ihrer Situation zu hinterfragen. Häufig bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, weil sich der Mensch zu viel Stress bereitet und sich weniger um sich selbst sorgt, sich nicht beachtet oder liebt und wertschätzt, sich wenig Gutes oder keine Auszeiten, etwa Urlaub, Freizeit mit dem Partner gönnt.

Denn dahinter steckt doch die Frage, was vermitteln sie ihren Kindern, wenn sie sich schon jetzt nicht um ihr eigenes Wohlbefinden, um ihre Wünsche und Bedürfnisse kümmern, dass es zuallererst ihnen gut geht? Wenn sich der Mensch nicht selbst achtet, nicht liebt und somit mit sich Missbrauch betreibt, dass er etwa meint, immer funktionieren zu müssen, sich ständig überfordert, bis an seine Grenzen geht, ist es dann sinnvoll, einem Kind das Leben zu schenken, dem genau das gleiche Muster vermittelt wird?

Empfehlenswert ist, ständig das eigene Leben, seine Wünsche und vor allem den Herzensfrieden zu überprüfen: „Wo bin ich unglücklich? Wo lebe ich mich und damit einhergehend meine Bedürfnisse aus – und wo nicht?“ Dies ist eine erste, sehr wichtige Möglichkeit, um daran ansetzen zu können, damit sich der Kinderwunsch erfüllt. Und je weniger Gedanken dem Thema Kinderwunsch gewidmet werden, je lockerer der Mensch damit umgeht, desto leichter wird es für ihn sein.

Denn wenn er zu sehr unter Druck steht, führt das zu einer Blockade, demzufolge hat er zu lernen, vollkommen in die Entspannung zu finden. Was vermitteln denn die Eltern dem werdenden Leben? Ich werde nicht aus der Liebe, sondern aus einem Wollen heraus geboren. Sie leben keine Demut, sondern verfallen in ein Streben um jeden Preis: „Ich will unbedingt ein Kind haben, koste es, was es wolle.“

Ist das wahrhaft Liebe? Ist das nicht vielmehr eine Sehnsucht, die sie treibt, das Ego? Wie fühlt sich die Seele des Babys, das daraus entstehen mag? Hatte es eine freie Wahl? Sicherlich kann erwidert werden: „Ja, aber das nehme ich doch aus meiner Liebe heraus vor. Ich wünsche mir so sehr ein Kind, aber physisch bin ich daran gehindert. Das ist eine wundervolle Möglichkeit und wir sind technisch so weit vorangeschritten, das ist absolut kein Problem.“

„Und wenn er bereit ist, sich hier zum Positiven zu verändern, warum sollte er dann nicht anschließend auf natürlichem Weg ein Kind zur Welt zu bringen?“

Aber der Mensch vergisst hierbei Gottes Schöpfungsplan für ihn. Seine Schöpfung ist doch perfekt. Also bedeutet es doch, wenn er aktuell keine Kinder zeugen kann, hat das seinen höheren Sinn! Dies gilt es in Demut anzunehmen, auch wenn es nicht immer leicht ist. Keiner kann wissen, ob die Befruchtung in einem Reagenzglas erfolgreich sein wird oder ob das eine göttliche Schöpfung ist. Sie ist es nicht! Denn sie ist durch Technik unterstützt und hervorgebracht worden, nicht auf natürlichem Wege der gelebten Sexualität.

Ja, wir sind soweit, dies ausüben zu können. Aber es ist nicht göttlich. Stattdessen möge der Mensch zu seinen Themen hinblicken, offenen Herzens sein und sich überprüfen: „Warum habe ich diese Krankheit? Warum leide ich darunter? Was soll mir aufgezeigt werden? Wo befinde ich mich im Unfrieden mit mir oder der Welt?“ Und wenn er bereit ist, sich hier zum Positiven zu verändern, so gut es ihm möglich ist, warum sollte er dann nicht gesunden und anschließend auf natürlichem Weg in der Lage sein, ein Kind zur Welt zu bringen?

Diese Thematik kann auf alle anderen medizinische Bereiche der künstlichen Befruchtung übertragen werden. Aber gleich wie, immer wieder geht es um den Punkt: „Ich will nicht akzeptieren, dass ich unfruchtbar bin. Ich will weder meine Krankheit noch meinen Seelenplan annehmen. Ich weigere mich, dies zu tun.“ Das ist doch ein großes Wollen.

Marliese Hanßen, Ladenburg

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