Leserbrief

Größtenteils in Marktgesetzen

Zum Artikel „Konversion als Kunstwerk“ vom 29. März:

Es hat einen merkwürdigen Beigeschmack, wenn städtische Programme wie die Konversion in Mannheim zu einem eigenen, personenbezogenen Kunstgegenstand erhoben werden. Kunst könnte aufklärerisch sein, einen Konversionsprozess kritisch begleiten, der statt wirklicher Transformation und Aufbruch einer Stadtgesellschaft doch wieder größtenteils nur in den üblichen neoliberalen, den Marktgesetzen gehorchenden Möglichkeiten bleibt.

Eine „brennende Verbindung von fortschrittlicher Architektur und zukunftsweisender Kunst“ ist für mich in beiden Fällen weder in der aller meistens hochpreisigen Architektur, noch in dieser Art begleitender Kunst auszumachen. Das Spannendste an der Konversion war sicherlich bisher der Versuch einer transparenten Bürgerbeteiligung.

Abwarten, woher Mittel kommen

Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich das weiterentwickelt. Bei dem angesprochenen U-förmigen Bestandsgebäude auf Sullivan wird zu beobachten sein, mit welchen Mitteln aus dem Kulturbereich dieses geplante Künstlerzentrum finanziert und bezuschusst wird. Und wie dieses Künstlerzentrum dann wirklich dauerhaft vor Privatisierung geschützt wird. „Der Künstler ist zwar der Sohn der Zeit, aber schlimm für ihn, wenn er zugleich ihr Zögling oder gar noch ihr Günstling ist.“ Meinte jedenfalls ein gewisser, in Mannheim nicht ganz unbekannter, Friedrich von Schiller.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2JmCedE