Leserbrief

Leserbrief Zu "Verantwortung für die Arbeitsplätze wahrnehmen (FN vom 20. Juli)

Grüne haben frühzeitig Projekte initiiert

So banal wie wahr: Strukturwandel bedeutet (abzufedernde) Härten - aber ebenso Umdenken und Chancen. So auch bei den vermuteten und bereits beschlossenen Schließungen von Bundeswehrstandorten im Landkreis. In seinem Leserbrief vom 20. Juli greift Herr Neser uns als "verantwortungslos" an und ignoriert das Recht auf Meinungsfreiheit und unser politisches Handeln.

Wir haben uns bei der Kreistagsitzung in Hardheim dagegen ausgesprochen, ausschließlich zu protestieren, sondern konsequenterweise gefordert, frühzeitig Alternativen anzustoßen.

Jetzt, knapp zwei Wochen später, lesen wir über zwei uns bestätigende Projekte in der Presse: In Würzburg gibt es ein neues Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft für die Region Franken, das die Rückkehr von Soldaten in den Zivilberuf stärken soll. Also haben wir umgehend bei der Kreisverwaltung beantragt, etwas Vergleichbares im NOK zu initiieren.

Das zweite Projekt: Auf dem Gebiet der bisherigen Schießanlage der Bundeswehr in Walldürn soll mit einmütiger Zustimmung der Verantwortlichen das "Solarkraftwerk Walldürn" entstehen. Es ist eine Konversionsfläche, die gerne und anerkanntermaßen für große Photovoltaikanlagen (hier mit 1,65 MWp) genutzt wird.

Damit leiten wir über zum Neser-Mantra "Vernichtung von Arbeitsplätzen in Folge der KWO-Abschaltung". Auch beim Thema Energiewende haben wir Grüne im Kreis sehr frühzeitig Projekte initiiert (vier Mal Mosbacher Energiespartage, seit 1998 alle zwei Jahre KlimaMessen in Aglasterhausen und eine in Seckach, seit 2001 Bürgergemeinschaftssolaranlagen, seit 2007 bisher drei Klimaschutzreihen usw.), während die CDU im Bundestag gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gestimmt hat. Auch die Kreis-CDU arbeitete lange dagegen, bis sie 2005 endlich die Chancen erkannte - und dann vernünftigerweise mit dem EEG arbeitete - und alsbald gar die Vorreiterrolle beansprucht(e). Na ja! Mit der KWO-Abschaltung ist nach Betreiberangaben niemand entlassen worden - wo hingegen durch das EEG im Kreis seither nachweislich mindestens 500 neue Arbeitsplätze entstanden sind. So war dieses von Rot-Grün auch gedacht, nämlich als Motor zur Energiewende.