Leserbrief

Günstige Wohnungen vernichtet

Zum Artikel „Unterkunft schließt nach drei Jahren“ vom 23. Mai:

Wenn die Flüchtlinge bis Ende September die Gebäude in der Columbusstraße auf Franklin verlassen, sollen sie anschließend abgerissen werden, um Gewerbeunternehmen wie Bauhaus oder Seegmüller zu weichen. Während alle klagen, dass wir zu wenige bezahlbare Wohnungen für Studenten, Alleinerziehende und Singles haben, verkauft die zum Bundesfinanzministerium gehörende BIMA mehrere Hundert Wohnungen zum Abriss an die Stadt Mannheim.

GBG soll Gebäude kaufen

Würde die BIMA keinen höheren Erlös erzielen, wenn die Wohnungen weiter zum Wohnen genutzt werden? Während die Kanzlerin auf die Koalitionsvereinbarung hinweist, dass 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden sollen, lässt es das Finanzministerium zu, dass günstige Wohnungen vernichtet werden.

Wäre es nicht Aufgabe der 100-prozentig städtischen Wohnungsbaugesellschaft (GBG), dieses Gebäude zu kaufen, um die Räumlichkeiten den Wohnungssuchenden anschließend günstig anzubieten? Stattdessen baut sie das neue technische Rathaus oder den geplanten zentralen Betriebshof des Grünflächenamtes auf Spinelli. Die Tochtergesellschaft MWSP soll die Planung übernehmen, um Seegmüller und Bauhaus anzusiedeln. Vielleicht sollte der Aufsichtsrat der GBG einmal die Geschäftsführung auf die Aufgaben eines kommunalen Wohnungsunternehmens hinweisen. Ulrich Schaefer, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2LpBbd9